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Patapon
Die Patapons, sie marschieren und marschieren. Der drollige Stamm der wagemutigen Glubschaugen, an denen zarte Ärmchen und Beinchen baumeln, gewinnt zunehmend an neuer Kraft. Wirkliche Sympathieträger sind die Patapons genau genommen aber nicht: Wenn wir nämlich für sie den Gott des Rhythmus spielen und ihnen ihre Anweisungen trommeln, werden die kleinen Biester zu einer ziemlich streitsüchtigen, aggressiven Truppe, die nichts als Krieg, Landeroberung und das Erlangen diffuser religiöser Reliquien im Sinn hat.
Aber was bleibt uns anderes übrig. Also schicken wir unsere Tatepons, Yumipons und Yaripons in die Schlacht, etwa um an den Skalp des flinken Drachen-Wächters Dodonga zu kommen. Die Trommelbefehle sind simpel, allerdings nur effektiv, wenn sie im Takt gedrückt und richtig kombiniert werden. „Pata-pata-pata-pon“ heißt nichts anderes als „Gehe vorwärts“, „Pon-pon-pata-pon“ hingegen ist die Schlüsselkombination für eine Attacke. Sind die Gegner zu groß und will man trotzdem noch nicht aufgeben, ruft ein beherztes „Chaka-chaka-pata-pon“ die Verteidigungsfähigkeiten der Stammesbrüder auf den Plan.
„Patapon“ ist vom selben Team, das bereits im Jahr 2006 mit „LocoRoco“ ein höchst innovatives und auch optisch auffallendes Spiel abgeliefert hat und die Herzen der Spieler eroberte. Obwohl sich „Patapon“ spielerisch von den gummiartigen Kugelwesen aus „LocoRoco“ unterscheidet, kommt der markante, farbenfrohe Grafikstil auch bei „Patapon“ wieder zum Einsatz: Das Land der Augenwesen wird von klaren Linien, flächigen Hintergründen und detailliert gezeichneten Charakteren bestimmt. Damit sich das Gameplay nicht im immer wiederkehrenden, repetitiven Getrommle verliert, kommt nach kurzer Einspielzeit auch ein strategisches Element hinzu: Die Patapon-Kampftruppe muss individuell zusammengestellt und mit Waffen ausgestattet werden.
Am Baum des Lebens lassen sich – mit ausreichend Opfergaben und Geld – sogar ehemalige Kriegshelden des Stammes wiederbeleben, die dann flugs zum Team hinzustoßen. Patapon ist so einfallsreich wie schrullig, und das nicht nur in Bezug auf Idee und Präsentation, sondern auch während des Spiels. Mit der nötigen Portion Muße und laut aufgedrehtem Sound wird man jedoch nach und nach eins mit seiner Truppe. Irgendwann klopft dann das eigene Bein konzentriert den Takt mit. Hat man die höchste Stufe der Pataponerie erreicht, kann es mitunter sogar vorkommen, dass die Befehle höchstpersönlich angestimmt werden. Da kann man nur noch auf ein verständnisvolles Umfeld hoffen.
System: PSP
Hersteller: Sony Computer Entertainment