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Die Siedler – Aufbruch der Kulturen
Sicher gab es den einen oder anderen Primaten, der den aufrechten Gang verfluchte, unterm Strich hat es uns aber nicht geschadet. Als ähnlich grundlegende Änderung, ja geradezu als Sakrileg wurden von eingefleischten Fans der Serie "Die Siedler" die Neuausrichtung der Spielreihe im Jahr 2004 empfunden. Und jetzt, 2008, ist das Schisma komplett: mit "Die Siedler – Aufbruch der Kulturen" erscheint erstmals ein Teil, der von Ubisoft offiziell als Beginn der eher arcade-lastigen Traditionsreihe angekündigt wird.
Im Gegensatz zu den noch kommenden Spielen der Evolutionsreihe, die man noch am ehesten mit "Old School" bezeichnen kann. Ob diese Trennung sinnvoll ist, sei bis zum Erscheinen des ersten Evolutions-Release dahingestellt, Fans des eher knuddelig-komischen Stils kommen aber hier auf ihre Kosten.
Detailreiche Grafik stellt die Welt der Schotten, Ägypter oder Bajuwaren comic-haft aber sauber dar; mittels beliebter Features aus "Die Siedler II" (z.B. den Wegebau und Warentransport) bzw. "III" (z.B. Opferungen und militärische Unterschiede zwischen Völkern) gelingt ein homogenes und witziges Strategiespiel, das auch online unterhält. Das Fehlen der LAN-Unterstützung mag befremdlich wirken, in der Realität geht es aber nicht wirklich ab.
Was dann tatsächlich abgeht, ist die Möglichkeit der Weiterentwicklung über die jeweilige Epoche hinaus. Für viele Spieler macht es den besonderen Reiz aus, mit dem Hackebeil in der Hand zu beginnen und es dann letztendlich doch mit ordentlichen Granaten krachen zu lassen – ein Erfolgserlebnis, das hier ausbleibt. Einmal Lendenschurz, immer Lendenschurz – für Freunde des Fortschritts dann doch ein bisschen schal. Auch wenn man noch so viel Lämmer opfert. (7/10)
System: PC
Hersteller: Ubisoft