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Infamous
Blitze statt Waffen! Manchmal braucht es nur eine auffallende Besonderheit, und alles ist klar. Ach ja, "Infamous", das Blitzableiter - Spiel mit dem elektrisierten Typen. Sofort kennen wir uns aus. Blitze aus der Hand, Blitzkugeln aus der Hüfte, Blitzwellen aus dem Bauch. Ansonsten ist alles im zeitgenössischen Spiele - Chic gehalten, der uns bekannt vorkommt. Frei erkundbare Stadtteile, herumlaufende Passanten, sprengbare Autos, Straßenschlachten mit Grobianen. Eine hochauflösende Videospiel - Dystopie, angeführt von einem Superhelden wider Willen, gespickt mit einigen Design - Tugenden, aber auch gar nicht so grandioser Game - Hipness, die derzeit wohl einfach sein muss.
Warum man zum Beispiel in Actionspielen einfältige Karma - Systeme braucht (die Spielerin hat die Wahl zwischen "guten" und "bösen" Entscheidungen), weiß wohl nur Göttersimulations - Erfinder Peter Molyneux. Dabei hat der hier gar nichts zu suchen. Weg mit dir, Molyneux! Okay, dass es keine Gesundheitsanzeige mehr gibt, sondern die "Wenn du innerhalb von kurzer Zeit sehr oft getroffen wirst, bist du tot" - Variante, darauf können wir uns mittlerweile einigen. Doch das von "Assassin’s Creed" eingeführte Abarbeiten an schnell dröge werdenden Nebenmissionen ist wiederum eine verzichtbare Modeerscheinung. Oh, wieder die Mission, wo die Hauswand akribisch nach Funkreceivern abgeklettert werden muss. Wie schön.
Das wirkliche Fleisch des Spiels ist zum Glück von einer anderen Qualität. Das Geschehen wechselt zwischen leichtfüßiger Akrobatik auf Hausdächern, Schussgefechten mit agilen Großstadtzombies und Geschicklichkeitseinlagen in stets perfekt ausgeleuchteten Abwasserkanälen. Alles halb so wild, aber man bleibt trotzdem dran. Infamous, sechs Uhr morgens, der Blitz sitzt. (7/10)
Hersteller: Sucker Punch / Sony
System: PS3