|
|
||
|
|
|
WERBUNG Online-Games |
Sklave zum Rhythmus
Gib die Vierviertel - Drum an der Garderobe ab, fallweise zumindest. Der Oktober erfreut uns mit zwei herausragenden Alben, die außer ebenjener ihnen innewohnenden Eigenschaft des Herausragendseins und der möglicherweise egalen Tatsache, dass sie von Menschen erdacht und zusammengebaut worden sind, die jeweils beide ursprünglich aus Chile stammen, noch so einiges gemeinsam haben. Die als Alejandra Iglesias geborene, längst schon in Berlin ansässige Dinky (siehe Foto) entfaltet auf ihrem vierten Album »Anemik« (Wagon Repair) einen auf schwindlig machende Art und Weise hochgradig verzweigten Klangkosmos.
Das bleibt zwar stets in der Kategorie Techno verankert, gerne auch minimal, was die Beats anbelangt zumindest – trocken rollt der Bass, spröde schnalzt die Snare –, was da aber an Sounds und blinkenden Ideen und, ja, Atmosphäre drumherumgebaut wird, lässt schon ein bisschen den Atem stocken.
Das mäandert, gleitet und franst aus, da ist viel Platz und vernünftiger Grund für akustische Instrumente, Abbiegungen Richtung Jazz, nicht in der Kaffeehaus-Ausformung, sondern eher weird, Gesänge und Geflüster, experimentelles Wabern und Popsong. Und dennoch findet die ganze Angelegenheit immer wieder zurück auf den Dancefloor. Den etwas anspruchsvolleren. Ähnlich überbordend aus dem Ruder läuft "Tribute To The Sun" (Cadenza) von Luciano, dem jetzt, huch, aus Platzgründen nur mehr mit Superlativen beigekommen werden kann: Sehr gut, großartig, die Platte. Techno und wilde Polyrhythmik, Steeldrum und Gesang, 1.000 und eine Idee. Zwei Alben als Pflichtvergnügen des Techno - Jahres.