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The Sound of Knowledge
Eine kolportierte Anekdote von der behördlichen Abnahme der „Starmania“ - Aftershowparty im Wiener Moulin Rouge: „Veranstaltungstechniker habt’s eh?“
Als Nachwehe eines Unfalls in Deutschland, bei dem eine ungesicherte Diskokugel auf die Tanzfläche krachte, kommt auch in Österreich der verpflichtend vorgeschriebene Veranstaltungstechniker – ein Lehrberuf – auf die heimische Veranstaltungsszene zu. Wie das genau ausschauen wird, wissen zur Zeit weder der Gesetzgeber noch die Betroffenen. Tatsache ist, dass schon einige Dienstleistungs- und Verleihfirmen aus diesem Bereich ihre Mitarbeiter zu Vorbereitungskursen schicken, um sie für die entsprechende Prüfung, die durch die Wirtschaftskammer abgenommen wird, zu rüsten.
So büffelt zum Beispiel jemand wie der Oberösterreicher Mike Glück, Jahrgang 1968, der neben seiner Passion für Musik sein Geld seit vielen, vielen Jahren als Veranstaltungstechniker (unter anderem betreut er das Seewiesenfestival in Kleinreifling) verdient, die theoretischen Grundlagen von etwas, das er ohnehin seit Jahren praktisch umsetzt. Von wegen „Transportwahrheit Bildung“: Er macht das bei einem Kurs in Wien, angeboten und abgehalten von einem Tiroler Unternehmen namens SSB (kurz für Seminarservice und Beratung) mit Sitz in Sulz.
Ein anderer Anbieter auf diesem Gebiet, die Firma Tone-Art aus Wien, definiert ihr Angebot auf ihrer Website folgendermaßen: „Wir sind bemüht, die Kursteilnehmer mit für den Tonbereich wichtigen Grundlagen aus der Physik, Elektronik, Informatik und Musiktheorie vertraut zu machen.“ Die Tage, bei denen man also als eifriger Konzertbesucher darauf wetten konnte, dass der Mann (oder seltener: die Frau) hinter dem Mischpult ihr Handwerk und dessen Basis nicht wirklich gelernt hat, scheinen gezählt. Und damit wahrscheinlich auch die erheiternder Episoden wie etwa jene, bei der der Tontechniker meiner Band in einem Grazer Club, bei der Arbeit kritisch beäugt vom Haustechniker, auf dessen Frage „Hast du in der SAE gelernt?“ recht unwirsch reagierte.
Diese Reaktion hatte weniger mit dem Renommee der SAE – der School of Audio Engineering, 1976 in Australien gegründet, seit 1987 mit Niederlassung in Wien – zu tun, als mit dem vielleicht gerade in Musiker- und Technikerkreisen nicht unverbreiteten Hang zum „Geheimwissen“ – als würden die Transparenz und objektiven Grundlagen, die Bildung schaffen kann und soll, dem eigenen Tun etwas wegzwacken.
So oder so ist eine der ersten Assoziationen, wenn es um Ausbildungen im tontechnischen Bereich geht, eben jene SAE. Gerade in Wien gibt es eine erklekliche Anzahl von MusikerInnen, deren erste Studio-erfahrungen mit SAE-Absolventen an den Reglern stattfindet, welche sich damit zu Übungszwecken in die Praxis wagen.
Was man draus macht
Schulleiterin Barbara Skoda, die bei der Wiener SAE
(weltweit gibt es 45 Schulen) auch die Agenden pädagogischer und inhaltlicher Bereich, sowie PR und Marketing über hat, spricht von 420 bis 450 StudentInnen, die zur Zeit ihre Schule besuchen – alle zwei Monate starten dabei neue Kurse.
Skoda betont die absolute Praxisorientierung der Lehrerauswahl: „Wir beobachten die entsprechende Industrie und suchen uns da die besten Leute, die dann auch hoffentlich Zeit haben zu unterrichten.“ Was sich umgekehrt darin niederschlägt, dass bei zu vergebenden Jobs an die SAE, an deren Schüler und Absolventen gedacht wird. Skoda: „Erst heute Vormittag habe ich per E-Mail vier Jobanfragen erhalten.“ Laut der Schulleiterin greift auch der ORF gerne auf SAE-AbsolventInnen zurück. Ein weiteres Argument dafür, neben der Qualität der eigentlichen Ausbildung, die nicht unerheblichen Gebühren für die zwischen 27 und 33 Monaten dauernden Kurse aufzubringen, sind das internationale Netzwerk und eine recht aktive Vereinigung der Ehemaligen – der Alumni.