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WIFI und VWV.: Bildung für alle
„Der Kurs ist sehr praxisorientiert gehalten“, sagt Wolf-Christoph Müller, der am Wirtschaftsförderungsinstitut Wien das 20-Stunden-Seminar „Live-Technik“ leitet. Tontechnisch Interessierte und Praktiker erfahren Grundlegendes über den Einsatz von Tonanlagen und Funkmikrofonen bei Liveveranstaltungen. „Erstaunlicherweise habe ich meist Teilnehmer, die selbst schon Erfahrungen mitbringen“, so Müller, der seit 20 Jahren als Tontechniker arbeitet. Sein Kurs wird heuer zum dritten Mal angeboten und kostet 380 Euro.
Ebenfalls am WIFI Wien läuft die Ausbildung zum „Video Digital Expert“: In 176 Trainingseinheiten setzen die Lernenden ein Videoprojekt von der Idee bis zur fertigen DVD um. In der Praxis eignet man sich so den richtigen Umgang mit Digitalkameras und deren Zubehör sowie die fachgerechte Handhabung der Beleuchtungstechnik an.
Ab Herbst 2007 will das WIFI auch Seminare zu Audiobearbeitung, Videobearbeitung und Animation anbieten. „Auf Animation wird ein Schwerpunkt liegen, weil sich gerade im Bereich Flash einiges weiterentwickelt hat“, erklärt Brigitta Herlt, die das entsprechende Kursprogramm am WIFI Wien koordiniert.
Werkstätte Kunstberufe
Interessante Ausbildungsmöglichkeiten bietet auch die Werkstätte Kunstberufe, eine Kooperation der Universität Wien und des Verbands Wiener Volksbildung, kurz VWV. „Unser Angebot richtet sich an Studenten, die Praxis suchen, und Leute aus der Branche, die sich weiterbilden wollen“, sagt Monika Fischer von der Werkstätte Kunstberufe. In der „Werkstatt Drehbuch“ wird professionelles Schreiben für Kino und Fernsehen gelehrt. Auch eine Ausbildung zum Bühnenbildner kann man hier absolvieren, einem Beruf, für den die Zusammenhänge zwischen Licht, Ton und Dramaturgie von besonderer Bedeutung sind.
Wie bei allen VWV-Kursen kommt der Lehrende aus der Praxis: Herwig Libowitzky ist Ausstattungsleiter der Vereinigten Bühnen Wien und Vorstand des Instituts für Bühnengestaltung der Uni Graz. In vier Semestern bildet der Verband Wiener Volksbildung zum Fernsehdokumentarfilmer aus. „Wir werden auch kurze Fernsehdokus von den Teilnehmern drehen lassen und bei 3sat einreichen“, so Monika Fischer. Gearbeitet wird in Gruppen von maximal 15 Teilnehmern, was die besonders für die Praxis äußerst relevanten sozialen Kompetenzen fördern soll.
Traditioneller Medienschwerpunkt
Eine dreieinhalbjährige Ausbildung für Film- und Fernsehberufe offeriert das Polycollege, die größte Volkshochschule Österreichs, mit seinem mittlerweile bereits traditionellen Medienschwerpunkt: Am Filmcollege stehen Fächer wie „Drehbuch und Dramaturgie“, „Tonassistenz, Ton und Sounddesign“ sowie „Schnitt, Compositing und digitale Bildbearbeitung“ am Stundenplan. Ein sechs Monate langes Praktikum ist Pflicht. Die Ausbildung kostet rund 2.700 Euro pro Semester, die Matura ist keine Voraussetzung.
Wie gründet man ein Internetradio? Das erfahren Arbeitssuchende im Weiterbildungskurs „Webradio – Streaming Audio“, der vom Wirtschaftsförderungsinstitut Niederösterreich gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice angeboten wird. Der Schnitt von Jingles und das Moderieren von Sendungen wird hier ebenso erlernt wie das Konfigurieren von Streaming-Servern. Grundlegende technische Kenntnisse sind Bedingung. Als TrainerInnen sind in diesem Fall übrigens AbsolventInnen der Fachhochschule Sankt Pölten tätig.