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Diesel:U:Music: Casting und Pseudoruhm? Nein, danke!
Wettbewerbe für MusikerInnen gibt es mittlerweile ja schon wie Sand am Meer. Der Höhepunkt des Kasperltheaters der Selbstinszenierung wurde zweifelsohne mit den allgegenwärtigen Castingshows erreicht. Mit der Hoffnung auf einen Plattenvertrag stürzten sich unzählige Unentdeckte in den Wettbewerb, um dann samstags in Shoppingcities die im Keller von Mama produzierten Tracks den genervten Kleinfamilien und Zahnspangen-Teens zu präsentieren.
Das Wort „Casting“ wird hiermit zum Unwort erklärt, denn wenn selbst Drogeriemärkte ihre Mitarbeiter „casten“ und PensionistInnen dieses Prädikat in ihren Wortschatz eingegliedert haben, reicht es einfach. Dass jene Art von „Nachwuchsförderung“ nicht das Gelbe vom Ei ist, erkannten einerseits die MusikerInnen und andererseits auch die Labels und ProduzentInnen. Die Konsumenten wollten diese Art von musikalischer Belästigung bis auf wenige Ausnahmen sowieso nie.
Dass Diesel sich vor acht Jahren traute, einen weiteren Wettbewerb ins Leben zu rufen, ist in dieser Hinsicht mutig. Der Name impliziert klarerweise die Positionierung eines Labels auf dem Markt, und es entgeht wohl dem Unbedarftesten nicht, dass sich hier eine Marke im Rahmen eines Wettbewerbs seinem Zielpublikum annähern will. Das muss aber nicht unbedingt schlecht sein. Man vergleiche eine ähnliche Situation auf dem Kunstmarkt, wo in Institutionen wie der Generali Foundation hochwertige Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt werden. Diesel macht es auf seine Art und geht den logischen Schritt in Richtung junge Musikinteressierte.
Abschied von der Jury
Für jene, die von schmuddeligen Contests genug haben, gibt es also noch Hoffnung. Diesel:U:Music erkannte, dass Jurys bestehend aus altehrwürdigen MusikexpertInnen zwar imposant sein können, der Markt aber immer dynamischer wird und in Zukunft der Erfolg einer Band wohl eher von den individuellen Meinungen der KonsumentInnen abhängen wird. Also verabschiedete man sich dieses Jahr von der Jury und gründete eine Plattform, auf der sich Bands registrieren lassen können, um sich konsequenterweise dem harten Urteil der HörerInnen zu unterziehen. Die Website www.diesel-u-music.com soll die Möglichkeit bieten abseits von Schleimer-Portalen wie MySpace und Co. auch mal ehrliche Kritik zum eigenen Werk zu bekommen.
Des Weiteren werden auf der Seite nützliche Infos zum Musikbusiness gegeben. Der Begriff „Networking“ ist zwar auch ein Kandidat für die Liste der Unwörter, es spielt aber dennoch eine wichtige Rolle im Aufbauen einer musikalischen Karriere. Deswegen kann man bei Diesel:U:Music Konzerte auf der ganzen Welt und in coolen Locations organisieren. Es wird eine Community aufgebaut, die jedes Mitglied fordern, aber auch fördern soll.
Beim springfestival in Graz ist Diesel:U:Music schon länger Partner und bietet spezielle Services für die Mitglieder der Plattform an. Angefangen von einer eigenen Warm Up Lounge beim Festival im Diesel Store, über Welcome-Partys für die Artists gibt es auch mehrere Möglichkeiten für Gewinner des Diesel:U:Music-Wettbewerbs, bei springeight aufzutreten. Zum einen wären da einige freie Termine in der Warm Up Lounge, und für die ganz Mutigen und Erfolgreichen reservierte sich Diesel:U:Music einige Slots vor großen internationalen Stars.
Weg vom platten Wettbewerb und hin zur Community geht Diesel:U:Music einen angenehm innovativen Weg. Hier muss man keine Angst haben, mal in einem Einkaufszentrum spielen zu müssen oder das Diesel-Logo auf die Stirn tätowiert zu bekommen.