|
|
||
Zak McKracken 2: It's not over not over not over
Es war davor nur ein gut gesch�rtes Ger�cht, doch seit dem 3. M�rz 2004 ist das Adventure - Game offiziell tot. Damals hat die Firma LucasArts, ehemals Lucasfilm Games, bekannt gegeben, dass aus dem letzten gro�en Aufflammen der interaktiven R�tselgeschichten nun doch nichts wird. Aufgrund eines fehlenden Marktes und damit in Verbindung stehenden �konomischen �berlegungen, so die Pressemitteilung, sei die Entwicklung der von Fans gl�hend erwarteten "Sam & Max Freelance Police" eingestellt worden.
Damit hat die ehemalige Adventure - Hochburg sp�t, aber zumindest �ffentlich w.o. gegeben und uns zwischen den Zeilen mitgeteilt: Gezeichnete Standbilder, durch die man Protagonisten wie wei�e Hasen, M�chtegernpiraten oder halbstarke Biker laufen l�sst und ihnen per Mausklicks Befehle wie "Schau an", "Nimm", "Benutze" oder "Sprich mit" gibt, sind gro�artig, stammen allerdings aus einer anderen, vergangenen Zeit. Aus den fr�hen 1990er-Jahren, als interaktive Geschichten den damals spannenden Schritt vom Text-Adventure zur grafisch erz�hlten Story gemacht haben. Nach dem Todesurteil � hervorgerufen durch technisch und inhaltlich aufregendere Videospiel-Gattungen � blieb blo� eine kommerzielle Nische.
Sie wurde und wird mit inhaltlichen Mutationen von damals gef�llt - meist nicht mehr als sterile und uninspirierte Reminiszenzen an den Heyday der Adventure-Games: seichte Krimis, harmlose Draufg�nger-Anekdoten und m�de Mysterien. Auf zu neuen Ufern also, und dem guten, alten Freund die letzte Ehre erweisen und seinen verdienten Frieden lassen. Doch die gutgl�ubigen Totengr�ber haben ihre Rechnung ohne die Fans gemacht. Die r�sten sich n�mlich schon seit einigen Jahren erfolgreich gegen die Sterblichkeit ihrer Kindheitserinnerungen, oder zumindest den Produkten, die diese hervorgerufen haben. Software-Bauk�sten wie das "Adventure Game Studio" l�sst jede/n Abenteuer - EnthusiastIn das eigene "Point and click"-Spiel erstellen � gen�gend Ideen, Mu�e und etwas technisches Verst�ndnis vorausgesetzt.
Kleine Firmen wie "Telltale Games" aus den USA versuchen sogar, die Tugenden der alten Adventure-Zeit nicht nur zu reproduzieren, sondern auch kommerziell nutzbar zu machen. So wurde die "Sam & Max"-Lizenz 2005 aufgekauft und werden seit dem Oktober des folgenden Jahres kleine Episoden der Serie ver�ffentlicht. Doch jener Streich, der in Sachen Umfang und Hingabe seinesgleichen sucht, ist das in �ber f�nf langen Jahren in Deutschland entwickelte Fan-Projekt "Zak Mc Kracken 2", das vor Kurzem � passend zum 20-j�hrigen Jubil�um des Originals �als Freeware im Web ver�ffentlicht wurde. Zak McKracken, das Original, ist die skurrile bis surreale Geschichte des gleichnamigen Boulevard-Reporters, der den langk�pfigen alien mindbenders auf die Schliche kommt und sie mit abstrusen Mitteln davor abh�lt, die Menschheit zu verbl�den und in weiterer Folge zu versklaven.
Am Weg trifft man als SpielerIn unter anderem auf zweik�pfige Eichh�rnchen, eine Mars-Station und den Alien-Anf�hrer, der glaubt, er sei Elvis. Der Nachfolger von Zak sieht sich als dem�tige Hommage an den Humor und die spielerischen und inhaltlichen Elemente des Originals. Wiedererkennungswert und Nostalgiefaktor sind dementsprechend hoch, die dogmatisch angelegte Reproduktion von Charme und Witz funktioniert allerdings nur m��ig. Der neue Zak, �brigens komplett in deutscher Sprachausgabe, legt dennoch Zeugnis davon ab, welchen professionellen Umfang Fan-Projekte annehmen k�nnen und wie man ein Holz in den Strom der kommerziellen Games - Entwicklung werfen kann, ohne dass dieser gleich wieder unerkannt untergeht.