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Metallica: Die Stimme der Entrechteten
Auf eurer neuen Platte gibt es ein paar spontane Augenblicke, da h�rt man in deinen Gitarrensoli fast schon etwas Bluesiges, das klingt beinahe so wie damals Ritchie Blackmore bei Deep Purple.
Kirk Hammett: Reden wir nicht um den hei�en Brei herum, auf dieser Platte gibt es Momente, wo wir versucht haben, unsere Helden nachzuempfinden. Wir wollten den Geist von Deep Purple heraufbeschw�ren. Ich wollte auf jeden Fall Ritchie Blackmores Energie in mich einflie�en lassen. Es gibt einige Soli, wo ich mir vorgestellt hab, dass ich bei Rainbow (Blackmores anderer Band in den 1970ern; Anm.) spielen w�rde.
Du spielst bei Metallica, und stellst dir aber vor, du w�rst bei Rainbow?
Ja (lacht verlegen). Auch wenn ich jetzt nicht wei�, wie diese Aussage gedruckt r�berkommt ...
Aber wieso? Das reflektiert schlie�lich genau das, was die Kids versp�ren, die in ihren eigenen kleinen Bands ihren Idolen nacheifern.
Man geht in seinem Kopf eben dort hin, wo die Inspiration ist. Ob es einen nun inspiriert, sich vorzustellen, man w�re Ritchie Blackmore, st�nde neben ihm auf der B�hne, oder ob man sein Bild an der Wand h�ngen hat � was immer einen in Stimmung bringt, ist gut.
Normalerweise ist die Frage nach dem Produzenten ja immer die langweiligste ...
Allerdings, das stimmt.
Im Fall eures neuen Albums sprechen wir aber von Rick Rubin, dessen Wurzeln gleicherma�en im Hip-Hop wie im Metal liegen, der aber von Johnny Cash bis Neil Diamond auch schon so manchem alten Eisen zu einer neuen Bl�te verholfen hat. Hat er ein besonderes Gesp�r daf�r, was die spezielle Qualit�t einer Band ausmacht?
Rick Rubins gewohnte Vorgangsweise ist, dass er die Kruste absch�lt, die sich �ber die Jahre rund um einen K�nstler geformt hat. Er arbeitet sich zu dieser Perle vor, die tief drinnen in der gemeinsamen Essenz von uns vier Individuen verborgen ist. Er hat die Begabung, diesen Kern zu erkennen und gleichzeitig etwas v�llig Neues und Frisches daraus zu schaffen. Das war sein gr��ter Beitrag zu diesem Album. Rick hat genug Glauben an uns als Musiker, um uns in Ruhe machen zu lassen, was wir am besten k�nnen. Sobald wir zu weit in eine bestimmte Richtung abgedriftet sind, hat er uns zur�ck auf die richtige Spur gebracht. Er verd�nnt die Musik nicht mit seiner eigenen Musikalit�t. Er ist kein Musiker. Man k�nnte ihn einen Super-Fan nennen. Er wei�, wie ein K�nstler am H�hepunkt seiner Karriere klingen sollte.
Wie dr�ckt er sich dann Musikern gegen�ber aus?
Sehr einfach: Er sagt, ja, ja, nein, nein. Schei�e, gut, schei�e, gut, gut, nicht gut. Und wenn er gesagt hat, dass etwas nicht gut war, dann haben wir nur kurz die K�pfe gesch�ttelt und es ge�ndert. Aber das Wichtige daran war, dass wir es selbst ge�ndert haben. Wir haben unsere musikalischen Gleichungen unter uns vieren gel�st. Es ist eine brillante Herangehensweise. Das ist das Geheimnis seines Erfolgs. Fr�her einmal sind alle Platten so produziert worden, ehe sich in der Musikindustrie die Spezialisten durchgesetzt haben. Ricks Arbeitsweise ist ein Relikt aus den 50ern und 60ern.
Wenn wir schon so begeistert von der Vergangenheit reden: Du bist jetzt schon seit 25 Jahren in dieser Band. Damals war gerade die Punk-Periode vorbei, es gab viel glatte Pop-Musik, und Heavy Metal hatte f�r seine Fans eine gro�e Bedeutung. Kann diese Musik heute noch so wichtig sein?