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Butthole Surfers
Selbst für an Hardcore geschulte Ohren machte diese 1981 in San Antonio, Texas, gegründete Kombo noch einmal ein gänzlich anderes Fass auf, als mit einer EP auf Alternative Tentacles, dem Label der Punk - Legende Jello Biafra, erstmals in Erscheinung trat. Musikalisches Weirdorama galore, zusammengehalten von einem bitterbösen Humor, der sich so gar nichts schiss. Von Figuren wie Anus Presley bevölkerte Songs, denen mitunter kleine sinnstiftende Hörspiele vorangestellt waren. Unvergessen die Worte: "It’s better to regret something you have done than to regret something you haven’t done." Und die Butthole Surfers taten eine Menge. Exzessive Liveshows prägten ihren Ruf. Doch am besten liest man ihre Story in Michael Azerrads tollem Buch "Our Band Could Be Your Life" nach.
Unfinished Business
"Rembrandt Pussyhorse" (1986), "Locust Abortion Technician" (1987) und "Hairway To Steven" (1988) gehör(t)en in jeden gepflegt - ungepflegten Haushalt. Auch spätere Major - Alben – die Band zeichnete immer ein beinharter Geschäftssinn aus, der in vermeintlichem Widerspruch zu ihrer sehr freien Kunst stand – hatten ihre Qualitäten, aber 2002 war der Spaß endgültig aus. Just dieser Tage, als mit Lux Interior einer der legendären Wilden des neueren Rock ’n’ Roll abgetreten ist, setzt ein anderer Wilder, Gibson "Gibby" Haynes, dazu an, sich wieder in Europa und speziell in Krems zu manifestieren.
Am Telefon aus New York klingt Gibby extrem entspannt, keine Spur von Zweifel, ob es denn Sinn macht, mit 51 wieder den Butthole Surfer zu geben. Eher dürfte es ein Fall von "unfinished business" gewesen sein, was den Kern der Band – neben Haynes sind das Gitarrist Paul Leary und Drummer Jeffrey "King" Coffey – bewogen hat sich wieder zusammenzutun. Gibby Haynes schwärmt von einer Silvester - Show in San Francisco und verspricht trotz logistischer Limitierungen für die Konzerte in Europa definitive Aha-Erlebnisse, nicht zuletzt eine musikalische Straffung, einen noch kontrollierter inszenierten Kontrollverlust, als man ihn selbst von den Butthole Surfers in der Vergangenheit erleben hat dürfen.