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Eurovision einmal anders
Die Steigerungsform von gelungenen Konzerterfahrungen sind wohl gelungene Festivalerfahrungen. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass es Superlativen bedarf, um als Festival innovativ und interessant zu sein. Eine bloße Ansammlung namhafter Künstler, die in dicht gedrängten Stundenplänen Menschenmassen vor die Bühnen locken sollen, reicht allein eben nicht aus, um sich im internationalen Festivalreigen einen Namen zu machen. In manchen, aber oftmals umso spannenderen Fällen sind es hingegen originelle Festivalkonzepte, die sich von der Konkurrenz abheben und schließlich für alle Beteiligten eine besondere Atmosphäre schaffen können.
Mit einem Bein im Club und mit dem anderen am Strand
Das in Barcelona ansässige Großereignis Sónar (www.sonar.es) ist eines dieser Positivbeispiele. In Clubs und andere Lokalitäten verteilt, wird die katalanische Hauptstadt in diesem Jahr zwischen dem 18. und 20. Juni zum Zentrum elektronischer Musik und multimedialer Kunst. In Form von Präsentationen, Debatten und Konferenzen wird jungen Kreativen dort außerdem Raum zum gegenseitigen Austausch und zur weltweiten Vernetzung geboten. Im vergangenen Jahr waren es geschätzte 80.000 Menschen und gezählte 622 Künstlerinnen und Künstler, die gemeinsam "major names in today‘s electronica with ideas for minority interests", so die Website, nächtelang zelebrierten. 280 Kilometer weiter südlich, in der Ortschaft Benicàssim, kann man entweder einfach im Meer baden oder im Zeitraum vom 16. bis 19. Juli ausgedehnt der Popkultur frönen. Das beliebte Urlaubsziel wird sich auch heuer wieder in das größte Festival Spaniens (www.fiberfib.com) verwandeln.
Dafür sorgen, zusammen mit der großzügigen Musikauswahl, auch ein umfassendes Rahmenprogramm, das die Kleinstadt vielfältig in das mehrtägige Geschehen integrieren wird. So wird es neben Kunstprojekten, Tanz - bzw. Theaterveranstaltungen, einer Fashion Week und einem internationalen Kurzfilmfestival sogar speziell angebotene Universitätskurse geben.
Von Bergbau bis Bergsteigen
Während in Spanien Sonne und Sandstrand als Szenerien dienen, sind es im nördlichen Deutschland Industrierelikte und Stahlkonstrukte, die der Popkultur Raum zur Entfaltung bieten. In der Nähe von Dessau, inmitten der Betonlandschaft von Ferropolis (einem Bergbau - Freilichtmuseum), ereignet sich alljährlich das stets hochkarätig programmierte Melt (www.meltfestival.de). Vor einer einzigartigen Kulisse werden Phoenix, Patrick Wolf, !!!, Animal Collective, Hell, Aphex Twin und andere Künstler gemeinsam mit rund 20.000 Besuchern die Tage zwischen dem 17. und 19. Juli zu Nächten und diese wiederum zu Tagen machen. Eine ebenso einzigartige, wenn auch natürlich belassenere Umgebung bietet das über den Dächern Innsbrucks passierende Wetterleuchten (www.wetterleuchten.at). Mit 2000 Metern über dem Meeresspiegel und nur per Seilbahn erreichbar, ist es das höchstgelegene Festival Europas. Hurra, die Gams! Umringt von Tiroler Bergen kann am Wochenende des 18. und 19. Juli zu elektronischer Musik getanzt, bei Lagerfeuer geschunkelt und am Ende sogar, mit Panoramablick aufs urbane Tal, einzigartig campiert werden. Für die Gutenachtmusik werden dabei unter anderem Bruckmayr, Noisy Pig und Cindy Wonderful sorgen.
Europa der Regionen und "Geheimtipps"
So vielfältig Europa auch ist, so groß scheint manchmal der Schritt zu sein, der Staatsgrenzen obsolet macht. Doch genau diesen Gang hat sich die Veranstaltungsreihe Creamfields (www.cream.co.uk) zum Prinzip gemacht. 1992 in Liverpool aus dem Nachtclub Cream entstanden, sind dessen heutige Festivals wesentliche Elemente der elektronischer Musikkultur weltweit. In Europa konzentrieren sich diese Tanzereignisse als Creamfields Central Europe (3. bis 4. Juli) im tschechischen Breclav, als Creamfields Andalucia (15. August) in El Ejido und als Creamfields UK (29. bis 30. August) im britischen Daresbury.
Ein Blick über das eigene Land hinaus lohnt sich: