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Welche Krise?
Manche haben’s gut: Von der Krise scheint Harry Jenner nichts zu merken – "ganz im Gegenteil". Mit Frequency, Nova Rock, Nuke, Urban Art Forms etc. befand sich seine Unternehmensgruppe zuletzt auf Expansionskurs. In Österreich sei mit dieser Entwicklung nun aber das Maximum erreicht, auch wenn alles tadellos laufe. Jenner: "Was Europa betrifft, weiß ich von zwei kleinen UK - Festivals, die es laut Presse wegen der Krise heuer nicht mehr geben wird. Aber die Wahrheit ist, dass es sie ohnehin nicht mehr gegeben hätte, weil der Festivalmarkt dort in den letzten zwei Jahren explodiert ist." Ähnliches könnte man auch vom Rest Europas behaupten, doch zumindest, was das Publikumsinteresse betrifft, zeigen sich viele Veranstalter optimistisch: "Der Vorverkauf hat sehr vielversprechend begonnen", erklärt etwa Hansjörg Schrammel vom burgenländischen Picture On Festival.
In erster Linie sei der Wirtschaftseinbruch, da sind sich viele Veranstalter einig, aber auf Sponsorenseite zu merken: Viele Unternehmen hielten sich zur Zeit eher zurück, erklärt Salamon Gergõ, der das Sziget Festival in Budapest, das Volt Festival in Sopron und das Balaton Sound am Plattensee als Pressesprecher betreut. Auch Herwig Bauer vom Vorarlberger Poolbar Festival klagt über "zähe Verhandlungen" und über einen weiteren Aspekt des hochkompetitiven Geschäfts: "Die Bands scheinen die Krise nicht zu spüren. Die Honorarforderungen schnellen im Minutentakt in die Höhe. Offenbar gibt’s auch genügend Festivals, die da mitspielen - so übel kann die Situation also nicht sein. Oder aber die Veranstalter zocken und spekulieren auf eine crashbedingte Marktbereinigung." Dass der Festivalsommer dennoch wieder – im positiven Sinn – unvergesslich werde, daran so Bauer, könne aber auch die Krise nichts ändern.