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Artic Monkeys: Humbug (Domino)
Selbst wenn es einem nicht gelungen ist, ob der simplen, punkigen Gitarren - Stücke und deren eingängigen Refrains in jene Aufregung zu verfallen, die die englische Musikpresse suggerierte, war das Talent des Texters, Sängers und Gitarristen Alex Turner kaum zu negieren. Energie und das unprätentiöse Agieren des Quartetts trugen ein Übriges dazu bei, dass die Arctic Monkeys eine jener Gruppen sind, die man gut findet, selbst wenn man sie nicht wirklich hört oder braucht. Nach dem schwierigen zweiten Album jetzt das dritte, ähnlich wie bei ihren Label - Kollegen Franz Ferdinand und deren ödem letzten Outing ein medialer Selbstläufer mit guten kommerziellen Aussichten.
Mit den zehn neuen Stücken – vom Opener "My Propeller" bis hin zum abschließenden "The Jeweller’s Hands" – hört man ein klassisches Rockalbum, knapp unter 40 Minuten Spielzeit.
Die Versuchung ist groß, das für die Band neue musikalische Vokabular – bei "Potion Approaching" klingen sie kurz wie die leibhaftigen Doors –, ihren jetzt deutlich geräumigeren, manchmal psychedelischen Sound auf Josh Homme von den Queens Of The Stone Age zurückzuführen, der "Humbug" mit James Ford (Simian Mobile Disco) produziert hat. Klar wird auch, dass die Arctic Monkeys eben nicht die Queens sind, schon rein spieltechnisch. Während sie früher durch ihren dringenden Willen zur Musik überzeugt haben, bestechen sie jetzt vor allem durch ihre Ambition, mit und an ihrer Musik als Band zu wachsen. Der Sound ist so großartig, dass es kaum ins Gewicht fällt, dass manche der Stücke nicht sonderlich aufregend sind – ist das ein Refrain bei "Crying Lightning", Mister Turner? Guter Rock, keine Sensationen. (6/10)