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Bad Religion: New Maps of Hell (Epitaph / Edel)
Bad-Religion-Sänger Greg Graffin halte ich persönlich ja für einen ziemlichen Koffer, respektive in seinen Äußerungen für eine unerträgliche Mischung aus wissenschaftlicher Arroganz (Graffin hat einen Doktortitel in Evolutionsbiologie) und dieser noch viel unerträglicheren US-amerikanischen (vermeintlich) ultraaufgeklärten "we can fix it, weil wir verstehen alles"-Mentalität. Paradoxerweise mag ich ihn als Sänger und gelegentlich als Texter extrem gern.
Dennoch, ein Indiz dafür, dass Graffin allein nicht der real deal ist, ist der Umstand, dass Bad Religion sich erst so richtig wiedergefunden haben, als Gitarrist und Co-Songwriter Brett Gurewitz beim vorvorletzten Album "Process of Belief" 2002 nach acht Jahren zur Band zurückgekehrt ist. So macht auch "New Maps of Hell", Album Nummer 14, mit seinen 16 Songs wieder absolut Sinn für Menschen, die mit solcher Musik, nennen wir sie einfach melodiösen Punkrock mit gelegentlich sendungsbewussten Texten, etwas anfangen können – man weiß halt einfach, was man kriegt. Und in Hinblick auf die dichte Population dieses Feldes lässt sich noch die Frage anfügen: Warum zum Schmidl gehen, wenn man auch zum Schmid gehen kann? Denn, alte, gefuchste Meister sind sie schon, diese Bad Religion ...