|
|
||
Warren Suicide: Requiem for a Missing Link (Shitkatapult / Trost)
Das Berliner Duo operiert nicht eben auf der Sonnenseite, doch der Dark-Wave-Stempel passt nicht ganz. Dafür brechen Cherie und Nackt zu eigenwillig aus dem kargen Schema aus. Mit Industrial-Punk und Elektro-Pop schicken sie die Comic-Figur "Warren Suicide" auf eine kommentierte Reise in eine fremde Welt.
Zurecht kritisieren Skeptiker, dass Konzeptalben oft in der Ödnis von Rock-Oper und "Peterchens Mondfahrt" bruchlanden. Warren Suicide entgehen nicht immer der inhärenten Gefahr von Kitsch und naivem Erzähldrang, doch verquere Harmonien und zwingende Beats versöhnen mit Industrial-Schwachstellen. Diese zurückzufahren, könnte sie in ansprechendere Dimensionen katapultieren. Im Zweifel siegt die Originalität über die Ausführung. (6/10)