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Sir Tralala: Escaping Dystopia (Seayou)
Es sind die erwarteten vielen Gesichter, die dieses Album zeigt, die Fratzen, die es zieht; ein Album, das sich zwar nicht mehr so derartig in seelische Untiefen hineinbohrt wie dies noch auf dem Erstling der Fall war, aber dennoch: Entrückung bleibt Trumpf. Ein höchst aufwändiges, digitales Orchesterwerk zu Beginn, danach abgründige Rock - Gesten mit erstaunlich viel Danzer im Blut, gefolgt von walzenden Musical - noir - Einlagen, später irgendwann ein Albtraum - Duett, Sprechgesang - Tortur inklusive, und zuletzt eine Ballade, wie sie auch nicht jeder hinbekommt. Wäre diese unschlüssige Flucht vor dem Chaos immer ganz ernst zu nehmen, man käme ganz schön ins Staunen – nur fühlt man sich nicht nur einmal dezent auf Tralalas Teufelshörner genommen. Will heißen: Wie viel echtes Leben steckt eigentlich in dieser Kunstfigur? Funny, but not ha-ha funny. (7/10)