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Gegen den Gähn - Impuls
Alles ist vergänglich – das Leben, die Liebe, selbst der damit einhergehende Herzschmerz. Davon weiß auch Richie Egan im Stück "Nothing Lasts Forever" zu singen. Mit von Air ausgeliehenen Melodien und dezent verhalltem Vocoder - Gesang bildet es den Abschluss des aktuellen, dritten Longplayers seines Ein - Mann - Projekts Jape. "Ritual" nennt sich dieses im Vorjahr erschienene, vielschichtige kleine Meisterwerk von einem Album, dem sowohl Folk - Sensibelchen als auch Techno - Jünger etwas abgewinnen können. Die erste wirklich überzeugende Arbeit hat der 32 - jährige Dubliner aber schon einige Zeit früher vorgelegt – mit der Single "Floating", einem Stück, das auch bei Jack White und Brendan Benson gut ankam: Deren gemeinsame Band The Raconteurs coverte den Song regelmäßig bei ihren Konzerten.
Ein Schmerzensmann geht in die Disco
Doch zurück zu "Ritual", dem – laut Choize Music Prize – besten irischen Album des Jahres 2008. Darauf gibt Jape zu menschelnder Elektronik und verträumten Melodien den gebrochenen Schmerzensmann. Einerseits. Andererseits geht er mit "I Was A Man" oder "Apple In An Orchard" in die Disco. "Ich wollte etwas Neues ausprobieren", erklärt Egan. "Ich war vom klassischen Rock, wie man ihn in irischen Pubs gerne hört, gelangweilt." Damit der Gähn - Impuls gar nicht erst einsetzt, fährt Jape bei "Graceyard" einen Synthesizer - Sound hoch, wie in auch The Human League gerne verwendet haben. Die zugehörigen Lyrics sind mal clever - kritisch, mal bizarr - ironisch. "We smoked a teabag / To see what would happen", heißt es an einer Stelle. "A better dancer you never gonna find / My dick is long / I hope that you don’t mind", an einer anderen. Egan: "Ich habe Spaß daran, ein wenig Humor in meine Texte einzubringen." Eine lyrische Mischung, die auch eine Art Experiment gewesen ist: "Ich wollte die wirklich gewichtigen Texte mit witzigen Passagen ausgleichen." Gut so, das Leben ist ohnehin viel zu ernst.