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Pubertierender Goldjunge
"The Boy Who Knew Too Much" ist jetzt dein zweites Album. Bist du nun endlich erwachsen?
(lacht) Ich bin lediglich ein paar Jahre älter geworden! Die Songs meines Debüts waren gespickt mit Märchen und Kinderreimen. Es war eine Platte, auf der ich mich in meine Kindheit zurückversetzt habe, und auch eine Art Umarmung der Welt, durch die alles ans Licht gekommen ist. Das neue Album hat sich nun um mein Leben als Teenager geformt, um eine Zeit, in der die Türen zu meinem Zimmer verschlossen geblieben sind.
Und wir bekommen jetzt einen Blick hinter die Kulissen?
Genau! Es ist schwer für mich gewesen, textlich damit umzugehen. Ich hab mich in eine sehr private, irritierende Lebensphase zurückbegeben müssen, an der es selbst meiner Familie nicht gestattet war, teilzuhaben. Deshalb sind die Songs persönlicher. Es gibt weniger Charaktere wie beispielsweise Billy Brown von der letzten Platte, ich spreche jetzt öfter in der ersten Person.
Aber wer ist dann der ominöse "Dr. John" aus dem gleichnamigen Song?
Als Teenager war ich ein Tagträumer und ziemlich schüchtern. Ich hab mir sogar Beziehungen herbeigeträumt ... Dr. John hat nur in meiner Fantasie existiert und ich hab mich mit ihm unterhalten. Kennst du den Film "Donnie Darko", in dem jemand zu einem Hasen spricht? Dr. John ist so was wie mein "Donnie Darko" - Hase! Der Film liefert ein perfektes Abbild meiner Pubertät.
Warst du als Teenager denn noch nerviger als jetzt?
(lacht) Darling, was ich mache, ist doch nicht nervig! Aber ich bin stolz darauf, wenn es polarisiert. Als Teenager habe ich das natürlich nicht herausgefordert. Ich wollte geliebt werden und Teil einer Gruppe sein. Aber weil ich das nicht war, habe ich Pop-Songs geschrieben. So habe ich mir zumindest einbilden können, beliebt zu sein.
Was ist deine prägnanteste Erinnerung aus jener Zeit?
In der Schule bin ich Außenseiter gewesen, man hat mich als "anders" abgestempelt. Doch dann ist der Tag gekommen, an dem ich die Rolle des Zeremonien - meisters in einer Theater - Produktion von "Cabaret" übernommen habe. Ich hab das so überhöht und kontrovers gespielt, dass ich dachte, man würde mich nun endgültig vernichten. Doch es hat genau den gegenteiligen Effekt gehabt: Die Leute, die sonst so gemein zu mir gewesen sind, haben mir zugesehen und applaudiert. Sie konnten nicht leugnen, dass ich gut gewesen bin. Für mich ist das fast ein Schock gewesen, der mit der Erkenntnis einhergegangen ist: Oh mein Gott, du kannst zu deinen eigenen Bedingungen existieren!