|
|
||
|
|
|
WERBUNG Online-Games |
Entgiftung brillant
"Alles hin, hin, hin" eröffnet das neue, elf Songs umfassende Album der 2005 in Burgenland gegründeten Band. Nach einem Umzug nach Berlin, ist diese Vorab - Single Bindeglied zu "The Taste And The Money", das Ja, Panik als ihr "Wiener Album" bezeichnen. Gleichzeitig ist der Song, der einen an "Oh, du lieber Augustin" und dessen Textzeile "Alles ist hin" denken lässt, die Ouvertüre des neuen Albums. Mit nachdrücklicher Ernsthaftigkeit wird diese Band betrieben, was es ihr ermöglicht, der "fröhlichen Zuneigung zum Pessimismus" (Sandra Grether) neue Seiten zu erschließen. Kam das Vorgängerwerk noch mit Manifest, so gibt es jetzt unter njure.ja - panik.com, "dem Organ zur Entgiftung der Gruppe Ja, Panik", zu lesen, was das Quintett an - und umtreibt. Es ist nämlich mehr als bloß Musik – und deshalb ist diese Musik auch so gut.
Klarheit ohne Kraftverlust
Während Ja, Panik bei "The Taste And the Money" noch alles selbst gemacht haben (bis hin zum Mix, bei dem man sich bewusst um eine gewisse Krachigkeit bemüht hat), ist diesmal mit Produzent Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic) in Berlin aufgenommen worden. So ist es naheliegend, die Klarheit der neuen Stücke – ohne jeglichen Kraftverlust wohlgemerkt – auf ihn zurückzuführen.
Auch die Band betont, wie sehr sie von ihm profitiert hat. Dazu kommt aber, dass schon vorher entschlossen am neuen Material gearbeitet worden ist, weshalb das weitgehend ohne Overdubs belassene Live - Aufnehmen im Studio voll aufgehen hat können. So brilliert das Album mit Songs wie "Die Luft ist dünn", tollen Zeilen wie "Komm schon, spiel die Karten aus / Ich weiß doch, dass dir vor überhaupt nichts graust" und stellt höchst notwendige Fragen: "Wer traut sich jetzt / Wer reißt hier noch was rum?" Mit "The Angst And The Money" ist Ja, Panik ein durchgehend brillantes, vielfältiges, verblüffendes Rock - Album gelungen, mit dem sie von Berlin aus im deutschsprachigen Raum wohl noch etwas mehr umrühren werden. Garantiert.