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Es ist Angriffsmusik
"Ich kann es absolut nicht leiden, wenn sich Leute endlos darüber auslassen, wo sie herkommen", schäumt Jack Barnett. Gerade ist er noch dabei gewesen, uns von der unspektakulären, nüchternen Schönheit der flachen Landschaft von Essex vorzuschwärmen, über die er möglicherweise einen Liederzyklus schreiben will, da hat er sich auch schon wieder selbst unterbrochen.
Dieser dürre Kerl Anfang 20 macht es sich aus Prinzip nicht leicht. "Too easy" ist sein liebstes Argument gegen die Konventionen des Indie - Pop. Hinter jeder Ecke wittert er ein Klischee, und nicht einmal in der Avantgarde findet sein rastloser Geist Zuflucht: "Die experimentelle Tradition ist, Leute vor den Kopf zu stoßen und ihnen zu zeigen, wie intelligent man nicht ist. Es ist eine viel größere Herausforderung, etwas Populäres zu machen."
Bei anderen Musikern ließe sich dieser Satz als eine Ausrede zum fröhlichen Böllern dekodieren. Jack Barnetts Bekehrung zum Pop trifft dagegen paradoxerweise auf die Idee, sich in einem Schnellsiedekurs die Grundbegriffe der Orchestrierung beizubringen und die Songs des zweiten These - New - Puritans - Albums für Holz - und Blechbläserensembles zu arrangieren.
Musikalische Exzentrik
Als diese Band uns vor zwei Jahren mit ihrem Debüt "Beat Pyramid" zum ersten Mal begegnet ist, kam sie an den Rockzipfeln des mittlerweile endlich ausgelaufenen, langen britischen Post - Punk - Revivals hereingeschneit. So wie The Horrors, ihre damaligen Stadtkumpanen aus Southend, erweisen die Neuen Puritaner sich auf ihrem Zweitling "Hidden" als äußerst wandlungsfähig. Anders als letztere präsentieren sie sich dabei aber nicht mehr als Gitarrenband, sondern als williges Vehikel der musikalischen Exzentrik ihres bewundernswert sturen Wortführers. Jacks Bruder George, der einst die Blicke von Hedi Slimane auf sich und damit die Beschallung einer Dior - Show als ersten Auftrag der Band an Land gezogen hat, kommt dieser Tage bloß noch mit zum Interview, um die Allmacht seines Bruders zu unterstreichen: "Wir sind nicht wirklich eine Band. Jack schreibt all diese Musik, und dann versuchen sie uns immer als Band zu vermarkten. Ich finde das einfach falsch."