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Manu Chao: Der gute Mensch von Barcelona
Dass ein Mann, dessen Eltern vor dem spanischen Diktator Franco ins französische Exil geflüchtet sind, eigentlich nur „politische“ Musik machen kann, lässt einen die vermeintliche Naivität eines neuen Songs wie „Politik Kills“ anders sehen.
Dass die Musik dazu dabei so reich, sättigend und neugierig machend daherkommt wie das mehrgängige Menü eines Kochs, der sich auf einem bestbestückten Markt mit genauer Kenntnis der Zutaten und Gewürze eindeckt und dann (eben nicht ganz instinktiv) drauflos kombiniert, ohne den Geschmack aus dem Gaumen zu verlieren, ist ein Fest. Dass der „Herd“ des Manu Chao dabei der Computer war, an dem diese vermeintlich so logische und tatsächlich so sinnliche wie sinnige Musik zusammengesetzt, verworfen und neu entworfen wurde – ein weiteres Fest. Wie ein Essay über die Tatsache, dass es keine „Volksmusik“ gibt, außer man (er)findet und macht sie. Und bitte, auf das World-Music-Problem (verkürzt: Latin Music = Lebensfreude und Ethnokitsch) sei, mit Verlaub, aktiv gepfiffen. In einem Land, in dem Millionen mit einem unverrückbaren Stock im Arsch durchs Leben gehen, im Herzen eine Gefriermaschine eingebaut haben und ihre höchste spirituelle wie politische Ekstase beim Besuch des Papstes erfahren, kann Manu Chao selbst falsch verstanden überhaupt nicht schaden.