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Grebo? Wer oder was ist Grebo?
In einer zunehmend schubladisierten Welt beginnen gewisse Wortungetüme überhand zu nehmen. Irgendwer scheint der Meinung zu sein, dass alles, aber auch wirklich alles, mit Schlagworten versehen, in teils nicht nachvollziehbare Kategorien gestopft werden muss. Und offensichtlich besteht Bedarf dafür, will doch die bei manchen Zeitgenossen ob ihrer Größe abartig unübersichtlich gewordene MP3-Sammlung geordnet werden. Aber Hand auf’s Herz: Wer wird sich in zehn, 15 Jahren noch erinnern können, was es etwa mit dem Begriff „Grindie“ (die Fusion von Grime und Indie-Rock – siehe Statik, siehe Dan Le Sac vs Scroopius Pip, siehe Hadouken!, siehe Example) auf sich hat. Eben.
Mit Grebo ist es ähnlich verlaufen. Man hat vielleicht noch einige der dazuzählenden Bands im Hinterkopf – etwa Pop Will Eat Itself, Carter the Unstoppable Sex Machine, Ned’s Atomic Dustbin oder The Wonder Stuff. Dass sie damals, Ende der 80er, Anfang der 90er mit dem Brandzeichen Grebo versehen wurden, geriet aber eher in Vergessenheit. Dabei war das Ding gar nicht so unpopulär: Rigoroser als beim Madchester Rave wurden hier die damals gängigen Formen alternativer Rockmusik mit Pop, Hip-Hop und Electro fusioniert. Nicht unwesentlich das äußere Erscheinungsbild der Protagonisten: Zu einer Zeit, als noch nicht jeder zweite Biologie-Student sein Haupthaar verfilzen lassen sollte, trug man gerne auch bunte Dreadlocks, ausladende Kleidung (baggy pants!) und komische Hüte. Letztlich war Grebo mit dem Aufkommen von Grunge und Britpop dem Untergang geweiht. Aber nicht nur deshalb, denn diese „Subkultur“ teilte sich ein Problem mit der Shoegazer-Bewegung: Sie war vor allem eine scene that celebrates itself.