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Heimat mit Humor
Wir wissen es: Der Musikindustrie geht es gar nicht mal so gut. An allen Ecken und Enden sterben die Kleinlabels und Vertriebe – zuletzt etwa der verlässliche Geschmacksgarant Hausmusik –, der lauteste Katzenjammer erreicht die Welt dabei wenig überraschend aus den Büros der Major-Firmen. Schön also, wenn es ausnahmsweise Grund zum Jubilieren gibt: Das Label Shitkatapult, das sich zwischen Rotz-Techno, angedubbten Spinnereien, Listening-Elektronika und Bierdosen-Punk kaum auf etwas außer Feierlaune festlegen lässt und der Menschheit Acts wie Fenin, Anders Ilar, Phon.o oder Apparat in die Gehörgänge gepustet hat, hält schon zehn Jahre lang durch.
Der Zahn der Zeit war dabei klarerweise auch nicht untätig, Veränderungen hier, personelle Umgestaltungen da. Aushängeschild Marco Haas, der als T.Raumschmiere die Dächer von den Clubs rockt, erinnert sich: „1997 hab ich Shitkatapult zusammen mit Marcus Stotz in Heidelberg gegründet, um für unsere damalige Band Stormbow eine Veröffentlichungsplattform zu schaffen. Kurz danach stellten wir fest, dass in unserem Freundeskreis viel elektronische Musik produziert wurde und entschlossen uns, diese Plattform auch anderen anzubieten. 2000 wurde der Hauptsitz nach Berlin verlegt und die Geschäftsführung von Sascha Ring (Apparat) und mir übernommen. 2006 stieg Sascha aus, weil er sich mehr um seine künstlerischen Projekte kümmern wollte. Daraufhin gründeten Daniel Meteo und ich die Random Noize Musick GmbH, die nun als Mutterschiff für unsere Labels Shitkatapult, Musick und Meteosound fungiert.“
Im Laufe des zehnjährigen Bestehens hat Shitkatapult eine Menge an exzellentem Futter für den Dancefloor veröffentlicht, dabei aber im Zeichen von Radau um jeden Preis auch das eine oder andere Mal Subtilität vermissen lassen oder sich witztechnisch gar weit aus dem Fenster gelehnt, etwa bei der Namensgebung des übel kalauernden Sublabels Musick.
Heute darf zur Feier des Tages das ganz große humoristische Fass aufgemacht werden. Man beschenkt sich selbst und die Hörerschaft mit einer Jubel-Compilation, selbstredend zu einem besonderen Thema: „Vorgabe war: Was uns gefällt, was möglich ist und dass es ein Trinklied ist. ‚SmaShits‘, das ist eine CD mit elf Stücken von Helge Schneider, Fenin, T.Raumschmiere und vielen anderen“, meint Daniel Meteo. Wenn sich also hier Das Bierbeben in ihrem Stück der „Steifheit“ hingeben oder die freundlichen Telefonterroristen von Studio Braun kaum mehr als „Bierchen“ zu sagen haben, wird wieder mal deutlich, dass mit Shitkatapult gut feiern ist.