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Throbbing Gristle: Das Publikum als Objekt der Attacken
Für Montag-abend ist eine Vorführung von Derek Jarmans „In the Shadow of the Sun“ geplant. Dazu werden Throbbing Gristle, unterstützt durch einen von der isländischen Komponistin Hildur Ingveldardóttir Gudnadóttir dirigierten Chor, einen Live-Soundtrack improvisieren. Schon die Originalmusik zu diesem mysteriösen Film mit seinen herabgebremsten Super-8-Bildern stammt von der Band und erschien 1980 auf Platte.
Indem Throbbing Gristle vor allem neues Studiomaterial spielen und ein schon historisches Kunstwerk neu interpretieren, führen sie trotz eines zwangsläufig problematischen Comebacks ihre künstlerische Lärmguerilla auf eine verquer richtige Weise fort. „Wir interessieren uns für Tabus“, erläuterte Genesis P-Orridge einmal die Philosophie der Band, „wo die Grenze liegt, an der Klang zu Lärm, und Lärm zu Musik wird, wo Unterhaltung zu Schmerz und Schmerz zu Unterhaltung wird. Eben all die Widersprüche der Kultur.“ Industrial music for industrial people. Bruit moderne. Hören mit Schmerzen. Krems wird vibrieren.