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Boredoms: Alles andere als langweilig
Yamatsuka Eye, der Gründer der Boredoms, hat es schon als Teenager vorgezogen, Aufnahmegeräte durch die Luft zu wirbeln anstatt abgestandene Akkorde zu schrammeln – auf seine primäre musikalische Inspiration angesprochen, führt er nicht umsonst eine Platte mit Soundeffekten an. So bildet die Suche nach unidentifizierbaren Klängen natürlich auch eine wichtige Grundlage für die Musik der Boredoms. Mit einflussreichen Fans wie Sonic Youth gelang es der Band, auch in den USA Fuß zu fassen und einen Deal beim Majorlabel Warner zu landen. In einer historischen Betrachtung der Boredoms nicht unerwähnt bleiben sollte darüber hinaus auch Eyes sensationelle Zusammenarbeit mit Naked City, jener Ausnahmecombo, die live und auf ihrem Meilenstein „Torture Garden“ bewiesen hat, dass auch die heftigsten Musiken dieses Planeten zwischen Thrash- und Deathmetal vom Notenblatt gespielt werden können. Eine weitere in der Bonghölle geschlossene Allianz war das gemeinsame Projekt der Boredoms mit Ween, das es unter dem Namen Z-Rock Hawaii auf zwei sehr spaßige LPs gebracht hat.
Einigermaßen unverdaulich
Zur Primetime der Boredoms Anfang der 90er hieß das beinahe ausschließlich von nerdigen Jungs konsumierte Genre, das der Band zugeschrieben wurde, Japanoise. Längst in Vergessenheit geratene Boredoms-Epen wie „Pop Tatari“, „Onanie Bomb Meets Sex Pistols“, „Chocolate Synthesizer“ oder „Soul Discharge“ machten ihr Publikum in ihrer rasanten Abfolge rundum glücklich. Ihre manische Extremität lässt diese Platten auch heute noch einigermaßen unverdaubar im Raum stehen. So verstößt Yamatsuka Eye als Sänger gegen sämtliche Konventionen, türmen mehrere Synthesizer Lärmwände übereinander, kommen Schlagstöcke in völliger Freiheit oder ohne Atempause zum Einsatz und wird alles von den erwähnten undefinierbaren Sounds durchdrungen. Yamatsuka Eye: „Ein Sound kann in deinem Kopf nachhallen und das fühlt sich gut an. Anstatt Musik zu hören, kannst du auch Sounds in deinem Kopf klingen lassen und so die Musik selbst erschaffen. Sound ist überall und alles kann Sound sein. Wir verwenden, was wir finden können, und fügen das dann zusammen.“