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Tomboy: Wozu Michael Douglas schwitzt
Samba-Woche in einer Kopenhagener Grundschule. Ein wahres Paradies für Klein-Tomas. Der greift sich jede Rassel, jede Conga, jedes Holzstöckchen, das er nur finden kann, und trommelt tagelang herum wie ein Wilder. Ab sofort ist er lost in rhythm, und er weiß ganz genau, was er später mal werden will: Schlagzeuger. Mit zehn Jahren fängt er mit dem Drummen an und er hat seitdem nicht mehr damit aufgehört – auch wenn der inzwischen ganz schön ausgewachsene Tomas Barfod seit einiger Zeit als Studiofreak, Produzent, DJ und heißbegehrter Remixer mindestens für genauso viel Furore sorgt wie als Schlagzeuger der Hipster-Kapelle Who Made Who. Barfod: „Ich habe damals in dieser Samba-Woche gelernt, all diese südamerikanischen Percussioninstrumente zu spielen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Latin- und Afro-Einflüsse in meinen Beats aus diesen frühen Schultagen stammen.“
Erst drei Jahre ist es her, dass Tomas Barfod alias Tomboy seine ersten Solo-Releases veröffentlichte und dass er zeitgleich mit Who Made Who genau die richtigen Coverversionen einspielte, die schnell auf jenen Styler-Partys rotierten, auf denen Geschmäcklertum als absolutes Tabu gilt: den alten Hosenverkaufs- und Headbang-Klassiker „Flat Beat“ von Mr. Oizo sowie „Satisfaction“ von Benny Benassi. Schon diese Auswahl machte klar, dass es sich Barfod und seine Who - Made - Who - Mitstreiter Tomas Høffding und Jeppe Kjellberg am liebsten da gemütlich machen, wo Wave und Techno schön laut aufeinander knallen.
Die Kopenhagener sind Teil einer neu florierenden Tradition von Tanzmusik, für die Eklektizismus und Genre - Kreuzungen nie ein ästhetisches Problem, sondern der einzig gangbare Weg in Richtung Party waren. Die Dancefloor-Punks der letzten Jahre – Bands wie LCD Soundsystem und die Chicken Lips, das Münchner Label Gomma und DJs wie die Glimmers oder 2ManyDJs – waren für Tomas Barfods Erweckungserlebnis zuständig, nachdem er zuerst jahrelang hinterm Schlagzeug, irgendwann aber nur mehr hinter Plattentellern und am Computer gesessen war. Es machte boom!, und plötzlich passte beides zusammen.