|
|
||
Bloc Party: Lichter der Großstadt
After the funeral, breaking kola nuts
We sit and reminisce about the past
And in her voice, only sadness
Her only son taken from her
In every headline we are reminded
That this is not home for us
The second generation blues
Our points of view not listened to
Different worlds and different rules
A question of allegiance
Where is it?
Where is home?
Bloc Party, „Where Is Home?“
Am 21. April 2006 kommt ein 18-jähriger Schwarzer im Örtchen Sheerness in der englischen Grafschaft Kent auf grausame Weise ums Leben. Er wird in Folge eines Handgemenges von vier Männern niedergestochen und erliegt noch vor Ort seinen Verletzungen. Ein weiterer Fall, der die britische Öffentlichkeit schockiert, ein offenbar rassistisch motiviertes Verbrechen, eines mehr, auf das sich die Medien stürzen, gleichzeitig Betroffenheit heuchelnd, um zum fragwürdigen Schluss zu kommen, dass es so etwas wie ein „Wir“ und die „Anderen“ gibt. Die „Anderen“, das sind Einwandererkinder der zweiten Generation, die darüber hinaus vielleicht auch noch das „Pech“ haben, mit einer anderen Hautfarbe geboren worden zu sein.
Kele Okereke ist Sänger und Gitarrist von Bloc Party. Er ist eines dieser Kinder der zweiten Generation, er ist schwarz, und der ermordete Christopher Alaname war sein Cousin. Mit diesem Wissen verwundert es wenig, dass sich auf dem neuen Album seiner Band mit „Where Is Home?“ erstmals ein Song befindet, der sich explizit mit Rassismus auseinander setzt. Dass sich Kele Okereke bedeckt hält, wenn von ihm ein Statement zu diesem Thema abverlangt wird, kommt nicht von ungefähr: „Wenn ein Journalist auf Rasse oder Rassismus zu sprechen kommt, dann ist das lediglich ein bezeichnender Hinweis auf seine Vorurteile. Denn das war nie Thema in unseren Songs. Aber aus irgendeinem Grund wurde das immer wieder angeschnitten, und das unterstreicht nur zusätzlich eine gewisse Befangenheit, bestimmte Vorurteile. Deswegen gehe ich wohl immer in die Defensive, wenn die Sprache darauf kommt.“