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MSTRKRFT: 50 Minuten Dancefloor-Kracher
Woher kommt noch mal House? Na, von Disco. Und wie entstand Disco? Aus dem Backbeat des Rock, oder? Ja, kann man sagen. Gut. Und genau da nehmen die beiden Kanadier Jesse F. Keeler und Al-P alias MSTRKRFT (sprich „Masterkraft“) den Faden wieder auf: House mit Rock und Rock mit Elektro.
Warum sollte man ein knalliges Rockriff nicht loopen? Über einem Housebeat? Und Vocoder-Vocals drüber legen? Jaaa, brüllen die New Raver und schwenken ihre Leuchtstäbe, jaaa, brüllen die Rockisten und wälzen sich am Dancefloor. Doch kurz ein paar Schritte zurück: Jesse F. Keeler, der sich gerne bei seinen Initialen JFK rufen lässt und die bekanntere Hälfte des Duos MSTRKRFT stellt, gelingt 2002 gemeinsam mit Sebastien Grainger als Death from Above 1979 (die Jahreszahl musste nach der erfolgreichen Klage des New Yorker Labels Death from Above hinzugefügt werden) der globale Durchbruch – Discobeats, Punk- und Metalriffs plus sentimentale Lovers-Rock-Vocals bilden den beinahe unwiderstehlich charmanten und gleichzeitig straight-minimalistischen Output des Duos, der von Subkultur und avanciertem Mainstream gleichermaßen begeistert aufgenommen wird. Die chemisch korrekte Kombination rührt die Song-Fans zu Tränen, überrascht die Dancefloor-Community und überzeugt die Noiserock-Fraktion.
Parallel arbeitet Keeler gemeinsam mit seinem Langzeit-Mischpult-Kumpanen Al-P aber schon an Tracks für sein noch stärker auf den Dancefloor verweisendes Projekt MSTRKRFT. Und dafür wird der Schwung, den er mit DFA 1979 geholt hat, gleich genutzt. Die ersten verwertbaren Ergebnisse der neu definierten Soundästhetik, die sich von DFA 1979 durch massiven Vocodereinsatz, noch mehr Disco und weniger Punk unterscheidet, erschienen in Form von Remixes für die Kills, Annie, Juliette Lewis & the Licks, die Nine Inch Nails und viele mehr. Der MSTRKRFT-Remix als Ausweis fürs Vorne-Sein.
„Wir wollen uns die Songs, die wir remixen, aneignen. Das heißt, wir fragen uns bei jedem Track, den wir bearbeiten: Wie mache ich daraus etwas, das ich von Anfang an selbst so gemacht hätte?“, erklärt Keeler und MSTRKRFT befinden sich mit diesem Anspruch in bester Gesellschaft. Angeblich hatte ja Richard James alias Aphex Twin Remix-Anfragen oft mit dem Übersenden eigener, noch unveröffentlichter Tracks beantwortet und das Original nicht mal angehört.