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Hercules & Love Affair: Die Macht der Nacht
Morgen werden es alle immer schon vorher gewusst haben: Disco war nie weg, jetzt ist Disco wieder da. So richtig. 2008 soll das Jahr werden, in dem Disco in all ihrer gleißenden Pracht auch außerhalb jener Geheimgesellschaften, die der Spiegelkugel huldigen, auf den Dancefloors der allgemeinen Wahrnehmung einschlägt. Und Hercules & Love Affair wird ihr Götterbote sein.
Nachdem seit Anbeginn der Nuller-Jahre das dynamische New Yorker Duo Metro Area unter Berücksichtigung flirrender Streichersounds die Revitalisierung von Früh-80er-Disco angetriggert hat, sich die Skandinavier rund um Lindstrøm und Prins Thomas seit drei, vier Jahren um die kosmische Ausformung der immerwährenden Tanzmusik kümmern und die Platzhirschen vom Label DFA mit Kuhglocke das „Dance“ in den „Punk“ geschummelt haben, darf nun mit einem großartig rundlaufenden Entwurf von einem Autoren-Album ein breites Publikum angefunkt werden. Bei Hercules & Love Affair werden die Muster von früher ins Heute transferiert und mit Pop-Sensibilität abgeglichen – die Gitarren bleiben draußen.
„Wenn ich meine Musik beschreiben muss, sage ich immer, es ist eine artifizielle, rhythmische Variante von Popmusik. Bei ihrer Produktion versuche ich klassische Tanzmusik oder elektronische Musik im Allgemeinen im Hinterkopf zu behalten. Meine Musik hat ihre Wurzeln in meiner Kindheit und enthält viel Gesang.“ Andrew Butler ist der Kopf von Hercules & Love Affair. Geboren in Washington D. C. und aufgewachsen in Colorado, findet er seine Bestimmung im Epizentrum der Kulturproduktion und des bohemen Abhängens: in New York.
Die Muster von früher werden ins Heute transferiert und mit Pop-Sensibilität abgeglichen – die Gitarren bleiben draußen.
Angefixt durch Musicals, Schwulen-Clubs und den lustvoll pulsierenden Geist von House Music wird klar, dass selbst Musik entworfen werden will. Butler verschlägt es zu den unvermeidlichen Herren von DFA, deren Finger wie immer am Puls der Zeit liegen. Tim Goldsworthy, die hinter James „LCD Soundsystem“ Murphy im Schatten stehende Hälfte des Duos, produziert das Debütalbum. An Elektronik und real angreifbaren, von Hand eingespielten Instrumenten wie allerlei Getrommel und glorreichem Getröte entwirft Butler ein Spannungsfeld zwischen House-Ikone DJ Pierre, Disco-Querdenker Arthur Russell und 80er-Synth-Pop.