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Uffie: Hauptsache, es rotzt
Vor rund einem Jahr ließen sich die Arctic Monkeys, als sie gerade am Zenit ihres Pre-Album-Hypes standen, zu einem Spruch hinreißen, der besagte, dass es innerhalb eines Monats wohl schon wieder cool sein würde, die Band nicht mehr zu mögen. Ein Gefühl, das der erst 18-jährigen Uffie, obwohl es sich bei ihr natürlich um gänzlich andere Musik dreht, bekannt sein dürfte. Mit ihrer im Frühling 2006 erschienen Single „Pop the Glock“ spielte sie sich im Nullkommanix in die Herzen jener Tanzböden, auf denen Spaß nicht verboten ist.
Billige wie simpel gestrickte, an Miami-Bass und Electro geschulte Beats ließen die Bootys bouncen. Dazu explizite Lyrics, die, was viele leider übersahen, mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern aufgeladen waren, und ein sich betont sexy gebender Bühnenwirbelwind – fertig war die Instant-Hitgarantie. Mit ihr ließen Naserümpfen und Kritik an Seichtheit und mangelnden Skills nicht lange warten. Viele Monate sind seitdem ins Land gezogen, wenig hat sich geändert.
Geboren wurde Uffie als Anna-Catherine Hartley. Ihre Jugend hat sie in Miami verlebt, nach den Umwegen Hongkong und Modewelt schlug sie schließlich vor dreieinhalb Jahren in Paris auf und fand sich umgehend in den Armen des aktuellen Hipster - Labels Nummer eins wieder: Ed Banger. Genau, jenes Label, das aktuell mit der überdrehten Hysterie-Disco von Justice und Sebastian, dem zwischen HipHop und Electro switchenden DJ Mehdi oder dem ultimativen Wildstyler Vicarious Bliss nahezu jeden scheuklappenfreien Floor umkrempelt. DFA und Output waren gestern, heute ist Ed Banger. Musik für das Hier und Jetzt, Musik, die nichts will außer Spaß haben und die Nacht zum Tag machen.
Was bislang einwandfrei funktioniert, bei all der überdeutlich und freakig ins Gesicht rockenden Fun-Attitüde aber nur von eher kurzer Lebensdauer sein dürfte. Momentan jedoch gilt: Heute Abend feiern wir! Klar also, dass eine Künstlerin wie Uffie und ein Label wie Ed Banger zusammen passen wie Energydrink und Wodka. Anfang Dezember steht mit „Hot Chick / In Charge“ eine neue 12-Inch von Uffie in den Läden, für die zwei zentrale Figuren im Ed-Banger-Universum an den Reglern drehten, die auch schon für „Pop the Glock“ mitverantwortlich zeichneten: Feadz und Mr. Oizo. Könnte man kennen, die beiden: Feadz hat vor mehr als drei Jahren der Berliner Techno-Bande von BPitch Control den entscheidenden Funken HipHop ins Labelprogramm gedrückt. Und Mr. Oizo, nun ja, das ist der Typ mit dieser einen gelben Puppe aus der Jeanswerbung; er zerlegt aber auch schon seit Längerem mit angekrasstem Rotz-Techno die Tanzlokale in feinste Scheiben.