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Wachspuppen, Lollipops und die Durchtriebenheit des Serge Gainsbourg
Wenig gibt es, das beim Klugscheißer auf größere Abneigung stößt als der Eurovision Song Contest, zumal in seiner gegenwärtigen Form. Man hat ja den Überblick verloren, aber seit gefühlten 20 Jahren ist die einst traditionsreiche Veranstaltung zunehmend zu einem Gruselkabinett verkommen. Dass jemand seine Karriere auf einer Teilnahme begründen kann, wie es etwa 1974 bei ABBA der Fall war, ist unwahrscheinlich. 1965, als das Ganze noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne“ hieß, stand eine 17 - jährige Französin für Luxemburg auf der Bühne und sang davon, dass sie bloß eine Wachspuppe voller Lieder sei.
Den Einstieg vermasselte sie, auch die übrigen Töne schienen ihr Probleme zu bereiten, der Song aus der Feder des großen Serge Gainsbourg überzeugte jedoch die Jury und gewann. Mit „Poupée de cire, poupée de son“ trug erstmals keine Ballade den Sieg davon, und für France Gall – so der Name der jungen Dame – begann eine Weltkarriere. Einmal noch arbeitete sie mit Gainsbourg zusammen, dann war Schluss: In „Les sucettes“ scheint es um Lollipops zu gehen, hört man genauer hin, handelt der Song aber von Oralsex. Was wunderbar zu Serge Gainsbourg, dem alten Ferkel, passte.

Ab heute können die Terminator Look-Alikes bewertet werden. Die besten drei kommen ins Finale!