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The Rolling Stones: Neue Bilder für alte Helden
Eine Gang in New York: Es scheint beinahe unmöglich, dass ein Regisseur wie Martin Scorsese eine Band wie die Rolling Stones in einer anderen Stadt filmt als in dieser. Popkulturelle Mythen sind hier so verdichtet wie nirgendwo sonst zu finden: Von Kleinkriminellen und Soziopathen, vom Aufstieg und Untergang ganzer Clans hat der Filmemacher aus der Bronx schon in diesem Setting, irgendwo zwischen Little Italy und Manhattan, zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, erzählt. Jetzt also der Auftritt dieser ikonischen Stadionband, die in Clubs zu spielen begonnen hat und jetzt im Theater gelandet ist. Barockes Setting für den Rock, Scorsese hat dabei kaum etwas dem Zufall überlassen.
Die ersten zehn Minuten von „Shine a Light“ dienen der Vorbereitung: Man sieht Mick Jagger einen Puppenhaus-Nachbau der Bühne inspizieren. Ein Exzess en miniature? Ausgeschlossen! Auch der Regisseur selbst ist zu sehen, vor allem aber zu hören. Wie er mit einem Bühnentechniker die Möglichkeiten für die Filmcrew ausdiskutiert: Mehrere Kamerakräne wollen installiert werden, ein gewaltiger Scheinwerfer soll die Band erhellen. Das Gegenüber gibt zu verstehen, dass alles, was länger als zwanzig Sekunden damit bestrahlt wird, in Flammen aufgeht. Der Regisseur ist erschrocken: Er will doch die Stones nicht verbrennen! Am Ende scheint er doch, später wird sich Jagger über die Hitze beschweren. Aber die Aufnahme, die ist gut geworden!
Kontrolle und Kontrollverlust: Die Spannung hüpft zwischen Jagger und Scorsese hin und her, man bemerkt die Reibefunken zwischen den Egos. Der Bandfrontmann ist auch Image-Polizist, kaum eine andere lang bestehende Formation ist in der Gegenwart so bildgewaltig angekommen: Man hat das Gefühl, als wäre die gesamte Geschichte der britischen Rock-Revoluzzer nachsehbar. Die Dokumentation „Cocksucker Blues“ wurde zum untersagten Bildmaterial, jedwede Aufführung ist unerwünscht. Robert Frank hat die Mannen damals auf ihrer 72er-Tour begleitet: Die Aufnahmen zeigen Moment-Realitäten von Sex und Drogen, sind gerade deshalb aus dem offiziellen Band-Bild geflogen. Und jetzt die Ehrung durch Scorsese, der die Stones seit „Mean Streets“ (1973) immer wieder in seine Filme legt. Sogar Bill Clinton ist mit Familie ins intime Beacon Theater gekommen, begleitet vom ehemaligen polnischen Präsidenten Kawśniewski. Ganz brav schütteln Richards und Jagger den politischen Machtmännern die Hand. Martin Scorsese hat sich über ein Dutzend Kameraleute engagiert, um die zwei Konzerte aufzuzeichnen.

Ab heute können die Terminator Look-Alikes bewertet werden. Die besten drei kommen ins Finale!