|
|
||
|
|
|
WERBUNG Online-Games |
Wolf Parade: Rückkehr nach Magic Mountain
Wer in den vergangenen vier, fünf Jahren bisweilen kurz davorstand, den Glauben an hand-gestrickten Indie - Rock zu verlieren, dem konnte ein Blick ins Programm des neu erstarkten Labels Sub Pop Balsam spenden. Nachdem der Traditionsbetrieb aus Seattle in den frühen 90ern Grunge erfolgreich in die Welt getragen hatte, war danach zunächst für Jahre kreative und finanzielle Trauerstimmung in die Tagesordnung geschrieben.
Erst seit gut fünf Jahren kann mit Acts wie The Shins, Blitzen Trapper, der Band of Horses oder eben Wolf Parade wieder an alte Glanzzeiten angeknüpft werden. Dabei wird nicht am Zukunftsentwurf gefeilt, sondern es werden mit goldenem Handwerk kleine Kapriziosen aus dem guten, alten Songbook zu Tage gefördert. Mit dem Erfolg um die Kollektive Broken Social Scene und Arcade Fire und deren viele, viele Tentakel etablierte sich derweil Kanada unter heftigem Brummen als Weltzentrum für Überschwangsrock zwischen Pathos und Freudentaumel.
Neue Türen der Wahrnehmung
Das der Szene Montreals entsprungene Quartett Wolf Parade konnte mit seinem 2005 bei Sub Pop erschienen Debütalbum "Apologies to the Queen Mary" die beiden Schauplätze dieses neuen, überbordenden Indie-Rocks sinnstiftend miteinander verknüpfen. Nachdem die Platte seinerzeit allerorten mit Bestnoten bedacht worden ist, sollte das demnächst erscheinende Album "At Mount Zoomer" nun andere Türen der Wahrnehmung öffnen.
Schon im Vorfeld war von der Gruppe um die Köpfe Dan Boeckner und Spencer Krug übermittelt worden, dass man sich keineswegs an Singles und altehrwürdigen Songstrukturen abzuarbeiten gedenke. Stattdessen mietete man sich in jener Kirche ein, die schon den Kollegen von Arcade Fire als Quell der Inspiration hergehalten hatte, und widmete sich dem großzügig dimensionierten Experimentieren.
Knackende Gelenke, orgelnde Orgeln
Die Ergebnisse wurden dann zu neun Stücken verklebt, die das Strophe - Refrain - Strophe - Schema hinter sich lassen, die Melodie dabei aber nicht vergessen. Die Strukturen brechen auf, die Gelenke knacken, die Orgel orgelt sich ins Niemandsland – alles fügt sich säuberlich in den aktuell gern beschworenen Neo-Psychedelik-Hype. Freilich hören Wolf Parade nie auf, Pop zu bleiben, und sind meilenweit entfernt von wild wuchernden Freak-Folk-Entwürfen im Sinne der No-Neck Blues Band.