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Radiohead: The Best of (Parlophone / EMI)
Im Falle der Band Radiohead, der bedeutendsten Gruppe der letzten elf Jahre, die stets auf den konzeptionellen Rahmen Wert gelegt hat und die in ihrer Karriere zwischen den Formaten Song und Track, zwischen Pop und Avantgarde, zwischen herkömmlichem Gitarren ebenso wie frei fließendem Krautrock und Electronica oder dem Einfluss von Brian Eno den Weg in die Herzen der Kritiker gefunden hat, und dabei immer von relativem kommerziellem Erfolg begleitet war (23 Millionen verkaufte Alben!), entbehrt solch eine Unternehmung jeglicher Sinnhaftigkeit.
Die vorliegende Zusammenstellung kommt in zwei Varianten, beide sparen das letztjährige Album "In Rainbows" – auf Grund eines zwischenzeitlichen Label-Wechsels – aus: Die herkömmliche Version versammelt 16 allseits bekannte, weitestgehend songorientierte Stücke, die Hits also: von "Creep" über "Street Spirit", "Karma Police" und "Idioteque" hin zu "There There". Was freilich nur weniger als die Hälfte des Geistes von Radiohead erfasst.
Die Special Edition bringt auf einer zweiten CD scheinbar blind und wahllos ausgewählt eher experimentelles Material und – gar merkwürdig – das konventionelle Gitarrenstück "Anyone Can Play Guitar" vom Debütalbum. Die Wucht der Songs, die mindestens für die Karrieren von drei sehr guten Band ausreichen würden, erschlägt nach wie vor, allein, die Frage brennt: warum sie sich in dieser Form zu Gemüte führen? (6/10)