|
|
||
Bloc Party: Intime Files
Es kriselt in der Musikindustrie, und das nicht erst seit gestern. Um wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, gilt es neue Wege zu beschreiten. Dabei sind iTunes & Co eine Option – wenn auch keine wirkliche Alternative zum Erwerb eines Tonträgers der alten Schule. Eine andere Möglichkeit haben Radiohead vorgezeigt. Wir erinnern uns: "In Rainbows" konnte der geneigte Fan zunächst einzig über die offizielle Website der Band erstehen, wie viel man dafür zu berappen bereit war, konnte man selbst entscheiden – bis hin zum Gratis-Download. Kurze Zeit später war das Ding in physischer Form trotzdem in den Läden zu haben.
Ebendort findet sich ab 24. Oktober auch "Intimacy", das dritte Bloc Party-Album. Jetzt schon kann man es über die Website der Band runterladen, ganz legal, wenn auch nicht ohne Unkostenbeitrag (5 englische Pfund). Hinzu kommt, dass auf der im Herbst erscheinenden CD mehr als die bislang veröffentlichten zehn Tracks sein werden. Was jetzt natürlich verdächtig nach Abzocke riecht: Der wahre Anhänger wird sich MP3s und Silberling zulegen. Die kostenschonende Vorbestellung eines solchen Kombipacks ist zur Zeit aber nur möglich, wenn man auf einer Insel lebt: UK, Irland, Japan, Neuseeland oder Australien stehen zur Wahl.
Doch zur Musik: Nach dem etwas überambitionierten Zweitling "A Weekend In The City" setzt das Londoner Quartett nun sowohl auf gitarrenorientierte Stücke, die an ihre goldenen Anfangszeiten gemahnen, als auch auf "Experimentelleres" – wobei die Einflüsse von heißem Scheiß von vorgestern, namentlich Big Beat und Drum'n'Bass, schwer zu überhören und bisweilen noch schwerer zu ertragen sind. Das Gefolge wird es überstehen – und zahlen.