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Cold War Kids: Treu und Glauben
Ein simples Riff aus zwei Akkorden, unisono von Gitarre und Bass gespielt, ein träges, dennoch treibendes Schlagzeug, dazu ein misshandeltes Piano, eine hohe, gequälte Stimme und schiefe Textil-Metaphern: "Now hang me up to dry / You wrung me out / Too too too many times." Klassische Songstrukturen, so mit Strophe, Refrain, eventuell gar mit einer Bridge? Fehlanzeige. Trotzdem: "Hang Me Up to Dry" ist in seiner nervösen Schlichtheit ein Song, der einem nach wie vor alles andere als auf den Geist geht, auch wenn er in den zwei Jahren seiner Existenz nicht gerade selten zu hören war.
Mal sehen, wie das in zwei Dekaden ist; Fakt ist jedenfalls, dass die Cold War Kids, ansässig im sonnigen Los Angeles, damit auf dem Radar von Freunden jener Gitarrenklänge erschienen, die abseits jeglicher Trends funktionieren.
Das dazugehörige Album "Robbers & Cowards" mochte den Weg der Einfachheit dann aber doch nicht fortsetzen, wenngleich Reduktion ein nicht zu überhörendes Stilmittel der Band ist. Kein Ton zu viel verunreinigt den im US-amerikanischen Indie-Rock wie im (Gospel-)Soul und Blues geerdeten Sound, dominiert von verwaschenen Gitarren und Nathan Willetts bildhaften Texten, vorgetragen mit reichlich Timbre, jedoch wenig Pathos.
Das Einzige, was die Cold War Kids zumindest in ihrer Heimat davon abhielt, so richtig angesagt zu sein: Sie sind Christen. Eine Tatsache, die bei den nicht gerade wenig meinungsbildenden Menschen von Pitchfork Media zu offenen Aversionen führte. Nicht umsonst wurde dort postuliert: "Hipsters hate Jesus." Seitens der Band sieht man das eher entspannt, biblische Referenzen (die sich den vier Herren selbst auch nicht unbedingt erschließen) sind in der Geschichte des Blues schließlich allgegenwärtig. Und mit institutionalisiertem Christian Rock habe man sowieso nichts am Hut: "So etwas finde ich nur seltsam", erklärt Gitarrist Jonnie Bo Russell. Missionieren wolle die Band zumindest niemanden, viel eher schon das eine oder andere Gratisbier abstauben.