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Härtefälle
Nach ein, zwei gemäßigteren Alben haben Cradle Of Filth beschlossen, den Hörer zu erschlagen. "Godspeed On The Devil’s Thunder" (Roadrunner/Edel) stürmt auf einen zu, getrieben von einem Schlagzeug mit Schaum vor dem Mund, angefeuert vom Kreischen und Grunzen des Zwerges Dani Filth. Der bleiche heidnische Mond über karger nordischer Landschaft war nie Sache der Briten.
Sie rücken mit barocker Opulenz an, mit schwelgenden Streichern und tausend Chormündern. Vor beinahe jedem Stück schwärmt eine Laurence - Olivier - Stimme von der Schönheit des Verbrechens, des Köpfens und Pfählens, danach bricht der Orkan los. Und die Betäubung.
Auf ihrem vierten Album "Shogun" (Roadrunner/Edel) lösen Trivium aus Florida alle Versprechen ein. Die vorherigen Alben haben die Pole ausgelotet: eine endlose, nicht immer präzis verschweißte Kette von Thrash - Metal - Gliedern der eine, wie verschollen geglaubte Outtakes von Metallicas "Master Of Puppets" der andere. "Shogun" führt all dies zusammen, baut es aus. Sänger und Gitarrist Matt Heafy rast mit 22 Jahren lässig durch Stile, zu deren Hochblüte er gerade mal geboren war – durch True, Speed- und Thrash-Metal. Trivium stellen Virtuosität in den Dienst der Sache. Und die heißt: eines der Metal-Alben des Jahres.
Einer von Matt Heafys Helden dürfte Dave Mustaine sein – mit seinem Therapieprojekt Megadeth. Seit den frühen 80er Jahren prügelt Dave auf die Dämonen ein, die ihn an seinen Rauswurf bei Metallica erinnern. Die Hit - Sammlung "Anthology: Set The World Afire" (Capitol/EMI) verfolgt, wie sich Megadeth gewandelt haben, vom brutalen Thrash zu poppigerem Metal und teilweise zurück, parallel zu hundert Besetzungswechseln. Dave sells ... and we’re buying.