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Guns'n'Roses: Die Entdeckung der Langsamkeit
Nach insgesamt zwölf Jahren, geschätzten 13 Millionen Dollar Produktionskosten, einem Friseurbesuch seitens Axl und unzähligen gerissenen Geduldsfäden seitens der Fans ist es nun vollbracht – eines der wohl sagenumwobensten Alben der Musikgeschichte wird tatsächlich veröffentlicht.
Ende November wird "Chinese Democracy", das sechste Studioalbum der Band, in den Regalen stehen. In all den Jahren des geplanten und doch wieder verschobenen Releases des Guns-N’-Roses-Werks hat sich ein Nimbus über das Album gelegt, der einer globalen Verarschungstheorie und der Verniedlichung zum Running Gag des Rock ’n’ Roll näher kommt als einer ernstzunehmenden Mythenbildung. In Anbetracht der eher merkwürdig denn grandios einzustufenden Performances der Band in der jüngsten Vergangenheit und der Prophezeiung des Guns - N’ - Roses - Masterminds, "Chinese Democracy" werde das beste Album aller Zeiten sein, deutet wohl alles auf ein imaginiertes Rose’sches Paralleluniversum hin, in dem die einstige Größe der Band ungebrochen Bestand hat.
Das Überraschungsmoment und das Vorweihnachtsgeschäft hat "Chinese Democracy" aber auf seiner Seite. Jetzt lautet die alles entscheidende Frage: Hat sich das Warten gelohnt? Einerseits ja, denn dank der (fast) vollbrachten Veröffentlichung in diesem Jahr und der angebotenen Wette eines amerikanischen Getränkeherstellers, bekommt nun jede US-Amerikanerin und jeder US-Amerikaner eine Dose Dr. Pepper-Cola gratis. Andererseits auch ja, denn in Anbetracht des Verwaschenheitsgrades von Axl Rose, enthält "Chinese Democracy" vielleicht die letzten Songs von Guns N’ Roses, auf denen noch annähernd der Hauch des großen Rock ’n’ Roll zu spüren ist. Und im Notfall bleibt ja stets der Griff zur Greatest Hits-CD.