|
|
||
A Thousand Fuegos: Kollektiv im Nebel
Während anderswo Musiker darüber schweigen, was denn ihre, wie es immer heißt, "Einflüsse" seien, legt Matthias Peyker die Quellcodes frei: Die Arbeiten an seinem neuen, zweiten Album, das sich, so wie Peykers musikalisches Betätigungsfeld selbst, "A Thousand Fuegos" nennt, seien unter anderem von »Loveless«, dem Album der Shoegazer - Säulenheiligen My Bloody Valentine, den hallverhangenen Produktionen von TV On The Radio's David Sitek, Rauch im Allgemeinen und von der dunklen Psychedelik des Kärntner Autors Josef Winkler mitgeprägt.
Peyker ist mit A Thousand Fuegos Teil eines kleinen Kreises von Menschen, die, von Wien aus operierend, zwischen den Labels Seayou und Fettkakao und Acts wie Go Die Big City!, Vortex Rex oder Paper Bird Lo-Fi-Gestus, höflichen Rumpelpunk und DIY-Idealismen hochhalten. Da werden Bands als fließende Gefüge begriffen, Musikanten wechseln die Positionen, man hilft in den Projekten des jeweils anderen aus, hält die Angelegenheiten spannend.
"A Thousand Fuegos ist ein Soloprojekt, das in Live-Umsetzung mit wechselnden Persönlichkeiten geschmückt wird, die bei den Proben genau soviel Einfluss auf die Songs haben wie ich, wenn ich sie schreibe", sagt Peyker. Wie schon sein Debütalbum "Like Big Black Clouds Through Burning Eyes" ist "A Thousand Fuegos" so quasi – sieht man von freundschaftlich beigesteuertem, schön schiefem Chorgesang ab – im Alleingang entstanden und fußt erneut, an allerlei kunterbuntem Instrumentarium zusammengeklöppelt, in baufälligem Folk und Schmerzens-Country.
Was hier aber nur vages Ausgangsterrain bleibt; seinen konzeptuellen Vorgaben folgend forscht Peyker tief im Rauschen, hinter dem Nebel, arbeitet an Verwischungen und Uneindeutigkeiten. So hält "A Thousand Fuegos" eine Balance zwischen unaufdringlicher Mystik und filigranem Songwriting. Eine Geschichte vom freundlichen Okkultismus, die auf der Bühne möglicherweise ganz anders erzählt wird – alles wieder offen.