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Justice: Auf der Suche nach Extremen
Bei Justice - Konzerten stehen fast so viele Marshall-Attrappen auf der Bühne wie bei Kiss. Wieviele sind’s denn?
Xavier de Rosnay: 18 Stück, aber die sind nur für die Beleuchtung. Manchmal blitzen alle Lampen da drinnen gleichzeitig auf. Das sieht wirklich gut aus. Wir haben ja dieses Riesen - Set - up auf der Bühne, von dem wir selbst nur ein kleiner Teil sind. Das wäre wahrscheinlich anders, wenn wir Sänger oder Gitarristen in einer Band wären, so aber ist es eher schwer für uns, sich selbst als Rockstar wahrzunehmen.
Aber sind Justice denn nicht Rock ’n’ Roll – bloß ohne Gitarren?
Xavier: Was die Musik angeht, machen wir keinen Rock ’n’ Roll. Sicher, in unseren Shows gibt es bestimmte visuelle Elemente, die rockig sind, vielleicht manchmal auch in den Kompositionen. Aber es ist definitiv kein Rock, auch wenn die Musik so eine Art Rock-Energie hat.
Gaspard Augé: Das größte Kompliment für uns wäre wohl: Justice machen Musik, die Eltern ihren Kids am liebsten verbieten würden.
Macht es euch nach 18 Monaten auf Tour denn noch Spaß, auf einer Bühne zu stehen?
Xavier: Natürlich! Trotzdem hören wir vorläufig mit dem Touren auf, weil wir uns jetzt mal auf etwas anderes konzentrieren müssen. Wir schaffen es einfach nicht, zwei Sachen gleichzeitig zu machen. Und wenn wir jetzt wieder ins Studio gehen, können wir eben nicht mehr touren.
Ihr habt ein starkes Symbol für eure Corporate Identity gewählt: das Kreuz. Seid ihr denn religiös?
Xavier: Religiös zu sein heißt ja nicht unbedingt, sich an religiöse Rituale und Regeln zu halten. Ich denke, es geht eher darum zu versuchen, positive Dinge zu tun. Es gibt Menschen, die viel trinken, Sex haben und all diese Sachen machen, die als schlecht gelten. Aber letztendlich sind viele davon religiöser als andere Leute, die jede Woche in die Kirche gehen und in der restlichen Zeit immer Schlechtes tun. In diesem Sinne sind wir religiös. Wir glauben an positive Dinge und an die Mächte da oben.