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Pendulum: Crossover, Baby!
Was Heavy Metal und Rap können oder Balkan - Folklore und Punk - Rock, das kann Drum & Bass schon lange: Man nehme ein paar Grundzutaten (Stolper - Beats und Breitwand - Bässe), kreuze sie mit allseits beliebten Schlüsselreizen (Trommelwirbel und Verzerrer) und bringe damit die ganz großen Massen in Schwung (Festival und Fußballstadion). Pendulum haben’s geschafft: Was Turbo - Folk für die Generation Umhängetasche ist, das ist Pendulums Drum & Roll für den Rest der Welt.
Breitbeinig und böse
Versteckte sich die australische Band in ihren Anfangstagen noch im Studio, um Soundeffekte auf Hochglanz zu polieren, so stehen die sechs Herren heute breitbeinig hinter Gitarren- und Synthesizer-Burgen auf der Bühne.
Linkin Park würden ihre Kraftmeier-Posen wohl kaum besser hinkriegen. Die Affinität zwischen bösen Gitarrenriffs und bösem Bassgrummeln hat die Band jedenfalls ganz richtig erkannt und das Synergiepotenzial des Crossovers von Drum & Bass und Rock & Roll voll ausgeschöpft. Damit für alle Synthie - Popper und Indie - Rocker aber auch noch was dabei ist, werden obenauf schön fettglänzende Melodien geschmiert. Das Ergebnis ist Mariachi - Karacho - Pop mit Gitarren, DJ und MC. Und wenn in den feisten Soundbrei noch Versatzstücke von Metallica oder Coldplay gequirlt werden, klingt das Ganze wie ein Medley aus Liquido und Gigi D’Agostino im Soundgarden-Remix.
Kurz und knapp also: Pendulum sind eine Showband. Sie lieben große Gesten, Macho-Posen, Bodybuilder-Sound, und sie haben einen tollen Aufhänger: Drum & Bass mit echter Trommel und echtem Bass. Der Erfolg dieses idiotensicheren Rezepts ließ nicht lange auf sich warten. Pendulum rocken die größten Festivals, blicken auf einen restlos ausgebuchten Tour-Kalender und dringen mit ihren Hits in die Charts vor. Eigentlich auch kein Wunder, denn elektronische Musik als handgeklopftes und handgeschrammeltes Live - Spektakel ist immer noch ein Dauerbrenner.
Das Album "In Silico" ist bei Warner Music erschienen. Die zugehörige Tour hat Pendulum vor Kurzem auch in den nahezu ausverkauften Wiener Gasometer geführt.