|
|
||
Pete Doherty: Die Tücken des Boulevards
Den Namen Pete Doherty kennt mittlerweile wirklich jeder, taucht er doch in schöner Regelmäßigkeit in den Niederungen des Boulevards auf. Dohertys mittlerweile gescheiterte Liaison mit Model Kate Moss, seine in die Öffentlichkeit getragene Drogenabhängigkeit und das damit einhergehende wiederholte Missachten von Bewährungsauflagen haben ihn zu einem beliebten Objekt der Yellow Press gemacht, Sichwort "Skandalrocker". Dass sich Doherty mit den Libertines sowie mit Babyshambles eine ihn nahezu kultisch verehrende Anhängerschaft erspielt hat, das geht in all dem medialen, bisweilen unappetitlichen Gedöns gerne unter.
Lebten die Libertines von der Reibung zwischen ihm und Co-Frontmann Carl Barât, so dienten Babyshambles eher als Solovehikel. Irgendwie erstaunlich also, dass im März mit "Grace/Wastelands" Dohertys erster echter auf Tonträger gebannter Alleingang ins Haus steht – was aber, Aussagen des Sängers zufolge, keineswegs das Ende von Babyshambles bedeutet. Auf seinem Solodebüt fänden sich vielmehr jene Songs, die sich im Rahmen seiner Stammband nicht "richtig" angefühlt hätten. Das Ergebnis als eklektisch zu bezeichnen, kommt dabei einer Untertreibung gleich. Stücke in klassischer Singer/Songwriter-Tradition stehen neben solchen, die einmal an den jungen Scott Walker, dann wieder an die Gorillaz, The La’s oder an Blur gemahnen.
Letzteres ist wenig verwunderlich: Graham Coxon hatte bei einem Großteil der Songs seine Finger mit im Spiel. Und er war nicht der einzige Gast, gaben sich doch auch Dot Allison und Peter Wolf aka Wolfman ein Stelldichein. Einzig aus einem geplanten Duett mit Amy Winehouse wurde dann doch nichts. Ist angesichts der drohenden Ausschlachtung seitens des Boulevards aber wohl auch besser so.