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Animal Collective: Alternative History
Er sei jetzt "totally psyched out", meint Avey Tare auf die Bemerkung, das neue Animal-Collective-Album "Merriweather Post Pavilion" klinge, als wäre es unter Wasser aufgenommen worden. Genau diesen Höreindruck habe das diesmal auf ein Trio (Tare, Panda Bear und Geologist) reduzierte Kollektiv erreichen wollen. Ehrlich gestanden, so schwer ist das auch nicht herauszuhören, bei all dem blubbernden Hall, der die lebhaften Loops und Chöre der Songs umspült.
Animal Collective sprechen gern von der "Reise jenseits des Selbst", auf die sie ihre Hörer mitnehmen wollen. Als gemeinsame musikalische Heimat nennen sie ein nur emotional erfassbares, diffuses "menschliches Element", ob im Techno, in der Musique concrète oder bei den Kinks. Ihre ausgeprägte Vorliebe für die elektronischen End-60er-Experimente eines Terry Riley kommt auf ihrem neunten Studioalbum allerdings – nicht zuletzt dank der Abwesenheit von Hauptgitarrist Deakin – besonders klar zum Ausdruck.
Und doch legt Brian Weitz alias Geologist Wert darauf, dass die Ästhetik seiner Band kein bloßer Retro-Futurismus sei: "Das würde dem vorwärtsgerichteten Grundgeist der Psychedelik nicht gerecht." Er hat Recht. Animal Collectives Experimente führen weder in die Zukunft, noch in die Vergangenheit, sondern vertonen eine utopische Alternative History des Pop. Was gibt es Spannenderes?