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Empire Of The Sun: Fantastische Opulenz
Die Sache mit dem Konzeptalbum: In knapp an geschmackvoller Airbrush-Ästhetik aus dem guten Poster- und Tattoostudio vorbeischrammender Fantasy-Optik zieren zwei Herren in Uniform und mit auffällig geschminkten Augen, der eine den Blick in seine Kristallkugel versenkt, der andere in weißen Handschuhen, das Cover des Debüts von Empire Of The Sun.
Umringt werden sie von Elefanten, einem Tiger, einem Delphin, funkelnden Sternen und einer wie aus "Blade Runner" abgezeichneten Skyline: Gebäude aus der Zukunft, Raumgleiter. "Star Wars" trifft auf "Der König von Narnia". "Wir arbeiten daran, Empire Of The Sun live umzusetzen", sagt Nick Littlemore, einer der beiden auf dem Cover verewigten Herren, "es wird eine Art Revue, Musical oder Oper werden. Wir brauchen noch eine Menge Requisiten, aufblasbare Tiere und so weiter."
Honigtriefend, unterkühlt, überkandidelt
Bislang ist der aus Sydney stammende Littlemore vor allem in seiner Heimat mit dem Synthie- Pop -Duo Pnau und dem gemeinsam mit Ladyhawke betriebenen Projekt Teenager in Erscheinung getreten. Für die Eroberung der Welt hat er sich nun mit Luke Steele zusammengetan, seines Zeichens Sänger der vom Folk geküssten Rockband The Sleepy Jackson, ebenfalls aus Australien. Als Empire Of The Sun haben sie ein Album zusammengebaut, das der honigtriefenden Opulenz des Covers in nichts nachsteht.
Da trifft unterkühlte elektronische Popmusik samt monotonem Sprechgesang, wie sie The Human League in den 80ern aus ihren Geräten gestreichelt haben, auf die überkandidelte Extravaganz der Scissor Sisters. Ein wenig Gitarrengeschrammel hier, mutiger verschachtelte Beats da und dann die obligatorische Powerballade, an der auch Phil Collins seine Freude hätte. Eine Platte als Sahneschnitte mit ganz viel Obst oben drauf – immer einen Tick too much. Demnächst in ihrem Theater.