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Bonnie "Prince" Billy
Im Jahr 1980 veröffentlichten die US - Horror - Punks Misfits unter dem Titel "Beware" eine Zusammenstellung ihrer Singles. Unzählige Bootlegs und feuchte Sammler -(Alb -) Träume sollten folgen. "Ich habe die Platte selbst nie besessen, nur ein Tape von einem Tape von einem Tape.
Es heißt aber, dass sie immer noch sehr gesucht ist", erklärt Will Oldham, der sich als überraschend angenehmer Gesprächspartner entpuppt, am Telefon. "Jetzt habe ich ein eigenes Album namens "Beware".
Über die Jahre hat der 1970 in Louisville, Kentucky, geborene Musiker mit großer Regelmäßigkeit Misfits - Songs in sein Live - Repertoire aufgenommen. Und was man auch immer von der legendären Truppe halten möge, der Arbeitsethos ihres Frontmanns Glenn Danzig und jener von Punk/Hardcore - Zeitgenossen wie Greg Ginn (Black Flag, SST-Records), Ian MacKaye (Fugazi, Dischord Records) oder Henry Rollins spiegelt sich in Oldhams immensem Output wider: Die Arbeit – die Musik also – geht immer weiter! Sie alleine ist wichtig, sie gegenüber Medien etwa in Interviews zu repräsentieren, erscheint als dubioser Prozess. Oldham: "Es ist, als müsste man sich auf Befehl selbst analysieren."
Vermeintlich klar und einfach
Zu Zeiten seines 2003 erschienenen Albums "Master And Everyone« schrieb er einem englischen Journalisten noch per E-Mail: "Mein Job ist es, Musik zu machen. Dein Job ist es, über Musik zu schreiben." Heute lerne er langsam aus Interviews auch etwas mitzunehmen: "Früher konnte ich das nicht mit der Musik in Verbindung bringen."
Bei der Frage, was er mit dem Wort "work", das gleich zwei der 13 neuen Songs im Titel tragen ("My Life’s Work" und "Without Work, You Have Nothing"), genau meine, stoßen wir an die Grenzen eines 15 - minütigen Telefon - Interviews. Zu groß der Begriff, zu aufgeladen, vermeintlich klar dessen Bedeutung – was sich auch über »Beware« sagen lässt: ein vermeintlich klares, einfaches Album, das ähnlich zugänglich wie der brillante Vorgänger "Lie Down In The Light" (2008) daherkommt.