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A Camp
Cardigans - Sängerin Nina Persson und ihr Ehemann Nathan Larson im Gespräch über "Colonia", das zweite Album ihrer gemeinsamen Band A Camp.
Man könnte fast annehmen, A Camp hätten eine Vorliebe für Deutschland: Erst habt ihr "Stille Nacht" auf eurer YouTube - Seite veröffentlicht, dann ein News - Statement, das mit den Worten "Ein Kampf" endet.
Nathan: Oh, das hat uns ziemlichen Ärger eingebracht. Einige Menschen haben sich durch diese Anspielung angegriffen gefühlt ...
Nina: Ich habe zuletzt ein großes Interesse für die Kabarett - Tradition im Berlin der Weimarer Republik entwickelt. Ich hab angefangen, mich für die Geschichte des Landes zu interessieren. Natürlich bin mit den Cardigans oft in Deutschand gewesen, tiefer eingetaucht in die Kultur des Landes bin ich aber bisher nicht.
Nathan: Uns hat auch die Symbolik und Kleidung jener Epoche inspiriert. Für unsere Performance bei den schwedischen Grammys hat die Band Uniformen getragen und Nina Federn im Haar.
Nina: Die Jungs an den Blasinstrumenten sahen mit ihren gepuderten Perücken wie die Gustavschen Schweden aus dem 17. Jahrhundert aus. Das, was diese Platte prägt, ist die Vermanschung historischer Begebenheiten. Ich hab mir das spaßig vorgestellt, verschiedene Zeitabschnitte aufzugreifen und eine totale Respektlosigkeit an den Tag zu legen, was deren Chronologie anbelangt. Das passt auch gut zur Musik der Platte, auf der Krautrock und Kammermusik mitunter in einem Song aufeinander treffen.
"Colonia" mutet nicht nur was zeitliche Epochen angeht wie eine wilde Mischung an,
sondern auch in örtlicher Hinsicht.
Nina: Das Album hat während eines Aufenthalts in Namibia und Südafrika Gestalt angenommen. Eine meiner besten Freundinnen lebt in Namibia. Ihre aus Deutschland stammende Familie war dorthin gezogen. Ich hab sie besucht, und wir sind in der namibischen Wüste Campen gewesen. Ein unglaublicher Trip! Ich bin dort in der Wüste gesessen, hab Rotwein getrunken, umzingelt von angriffslustigen Schakalen und einer Horde Deutsch - Afrikaner, die Stollen gegessen haben – ihre Familie besitzt eine Bäckerei in Kapstadt. Das alles ist sehr bizarr gewesen: Ich war zwar in Afrika, aber die Menschen waren doch nicht so viel anders als ich es bin.