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White Lies
Gedreht wurde in der vereisten Einöde der russischen Nickelstadt Norilsk. "Da standen wir nun, bei minus 15 Grad mit einem Glas Wodka in der Hand, an einem Ort, der an den Kalten Krieg erinnerte und wo die wenigen Menschen seit mindestens fünf Jahren keinen Engländer mehr gesehen hatten", erzählt White - Lies - Songwriter Charles Cave noch sichtlich beeindruckt. "Aber wir sind durchaus bereit, für unsere Kunst zu leiden."
Der Tod, ein beliebtes Thema
Die Kunst der Jungspunde aus dem westlich von London gelegenen Ealing sind Songs, die die Düsterkeit von Joy Division mit der Euphorie der Killers vereinen. Songs, die vom Bariton ihres Sängers Harry McVeigh getragen werden und für die Charles Texte schreibt, die auch Horrorfilmen gut stehen würden. Das Stück "E.S.T." mutet gleich doppelt düster an, wenn er erzählt, dass es von seiner depressiven Urgroßmutter handelt: "Sie sollte für eine Schocktherapie ins Krankenhaus, beging jedoch Selbstmord, weil sie solche Angst davor hatte."
Der Tod scheint ganz allgemein ein beliebtes Thema beim ehemaligen Literaturstudenten zu sein. Kompromisslos verwurstet er diesen etwa in der eingängigen, mitunter an Pulp erinnernden Single "Death". "Viele denken, ich sei besessen vom Tod. Aber eigentlich steht er in unseren Songs als Metapher für Verlustängste", so der 20 - Jährige. "Ich grüble viel über die Konsequenzen der Sterblichkeit mir nahe stehender Personen." Dass manche die White Lies deshalb als Goths bezeichnen,
stört Charles indes wenig: "In der Kunst steht Gothic für die Vermischung von Romantik und Horror. Auch "Dracula" ist letzten Endes nur eine Liebesgeschichte mit Gruselelementen. Und genau so sehe ich auch unsere Musik: als dunkel und sehr romantisch."