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Art Brut
Eddie Argos gehört jetzt ganz offiziell zu den Poeten der britischen Insel. An der Universität Berlin waren die Songtexte des Art - Brut - Sängers Gegenstand einer Vorlesungsdebatte – mit dem Ergebnis, dass man Argos als "depressiven Dandy" titulierte. "Die Leute halten mich für intelligenter als ich eigentlich bin", lacht Eddie unter seinem Seitenscheitel hervor. "Aber hinter der amüsanten Oberfläche unserer Songs verbirgt sich wohl wirklich eine etwas tragische Person." Auf "Art Brut Vs. Satan" wird diese Argos-Ader bei keinem Song deutlicher als bei "Mysterious Bruises". In dem Stück wirft er Medikamente ein und schüttet ein paar Drinks oben drauf, um sich unsichtbar zu fühlen. "Ich bin gegen alles Mögliche allergisch, und ich habe mir vorgestellt, von all diesem Schmerz befreit zu sein. Und dass das Lied kein Happy End hat, liegt einfach daran, dass ich in meiner Depressivität nicht davon überzeugt bin", verrät er mit einem Augenzwinkern. "Ich bin ein Punk. Ich mag Drei - Minuten -Songs. Und das Stück ist über sieben Minuten lang! Aber unser Produzent Frank Black ist ja von den Pixies – das sagt eigentlich alles."
Das herrlich verroht klingende Album haben Art Brut nicht nur in den USA aufgenommen, es wurde auch vom öffentlichen Nahverkehr in Argos’ neuer Wahlheimat Los Angeles inspiriert. "Ich dachte immer, Iggy Pops "The Passenger" würde von Zügen handeln. Aber eigentlich ist es ein Stück über Limousinen. Weil ich so ein großer Fan vom Zugfahren bin, musste ich Iggy korrigieren." Beim Ausleben dieser Leidenschaft wird Argos auch regelmäßig bewusst, woher er kommt. Dann nämlich, wenn ihm freundliche Amerikaner ein Gespräch aufzwingen wollen. "Briten lesen im Zug Zeitung, aber Amis lesen leider nicht. Ich denke, ich bin in Los Angeles noch mehr Brite als zu Hause." Bezaubernd altmodisch auch, wenn er in der Single "Alcoholics Unanimous" an therapeutischen Gruppensitzungen teilnimmt: "Alkohol ist ja so was von vorgestern, wo doch alle Welt heute den harten Drogen frönt ...