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The Ting Tings
Katie White ist so, wie man sich gerne die grobe Göre aus dem britischen Backsteinbau vorstellt. Eine Art Debbie Harry nach dem sechsten Pint. Authentischer Background, erste Band mit 14, trifft talentierten Songwriter und rollt mit ordentlich Schmackes die Charts auf. Nun ja, jein. Es geht natürlich alles ein wenig leichter, wenn Opa in der Lotterie gewinnt und Papa deswegen sein eigenes Music Management hat. Tatsache.Das soll aber keineswegs die künstlerische Durchschlagskraft oder das Talent der weiblichen Hälfte der Ting Tings in Absprache stellen – vielmehr verwundert es, dass trotz glücklicher Kindheit, solider Ausbildung und tatkräftiger Unterstützung der Familie ein derart explosives und ruppiges wasserstoffblondes Bündel entstehen hat können. Jules De Martino, die männliche Hälfte des Duos, ist da ganz anders. Auf der Bühne eher im Hintergrund, dafür am Mischpult und Schreibblock ganz groß; der Mann ist schon seit Längerem in der britischen Musikszene umtriebig und darf getrost als Veteran bezeichnet werden. In dieser Rolle als Routinier bei Katies Vater tätig, hat die Chemie zwischen den beiden sofort gestimmt – der Rest ist bekannt.
Schräge Videos, aufsehenerregende Konzerte, extrem eingängiges Songmaterial – bereits zig Mal dagewesen, oder? Und überhaupt: Wer braucht schon noch ein gemischtes Duo, wenn wir doch eh die Überfiguren Jack und Meg White aka The White Stripes haben? Na, zum Beispiel alle, die trotz grün - weißer Erfolgswelle finden, es reicht dann bald mit "Seven Nation Army". Alle, die auch mal andere Farben als Rot, Weiß oder Schwarz zu einem Konzert tragen wollen. Vor allem: "We Started Nothing", das Debütalbum der Ting Tings, kann man mit weit über 300.000 abgesetzten Einheiten und folglich Platinstatus als Aufmerksamkeit verdienenden Volltreffer bezeichnen – zumindest am Markt auf der Insel. Im Rest der Welt sind die Zahlen eher nüchtern, die Konzerte erstaunlicherweise aber immer voll ausgebucht.
Der Mp3 - Player der verzogenen kleinen Schwester