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Nicht ohne Konzept
Es ist tatsächlich schon eine ganze Weile her, dass Green - Day - Songwriter Billie Joe Armstrong nach einem Konzert seiner Band vor ein paar Handvoll Besuchern in der Linzer Kapu mit Shy - Sänger Andreas Kump im Matratzenlager gesessen ist und über Musik geredet hat. 2009 sieht die Situation der Band ganz anders aus, da fliegt eine englische Vertreterin der Plattenfi rma mit einer CD von Green Days neuem Werk durch Europa und lässt ausgewählte Menschen zehn Songs des 18 Stücke umfassenden Albums hören. Ganz ohne Konzept geht’s bei den ehemaligen Spaß - Punks, seit sie ihr politisches Bewusstsein entdeckt haben, nicht mehr: "21st Century Breakdown" dreht sich (nicht durchgehend) um ein junges Paar namens Christian und Gloria, ist in drei "Akte" geteilt und eine Bestandsaufnahme einer USA (und einer Welt) zwischen Post - Bush - Depression und Obama - Aufbruch. Die schmissige erste Single "Know Your Enemy" ist dabei noch nicht einmal der zwingendste Track. Songs wie "21 Guns" (die zweite Single), "See The Light", "Last Of The American Girls" oder "East Jesus Nowhere" strotzen vor Energie und ideenreicher Musikalität, mit der sich Armstrong, Drummer Tré Cool und Bassist Mike Dirnt spielend durch die Rock - Geschichte (The Who, Queen, 70er - US-Mainstream-Rock) zitieren und doch unverkennbar Green Day bleiben.
Den Rest erledigt die fette Produktion von Butch Vig. Der ausufernden Begeisterung der großen Fanbase steht jedenfalls nichts im Wege. Physisch erscheint "21st Century Breakdown" am 15. Mai, ein halbes Jahr nach dem Wonnemonat drehen Green Day auch wieder auf der Bühne auf – etwa am 6. November in der Wiener Stadthalle.